und freier mut gebiert die tat

Veröffentlicht: April 26, 2014 in Uncategorized

Wider den undeutschen Geist.Foto_Mike

Am 10. Mai 1933 brannten in vielen deutschen Städten die Scheiterhaufen. Es war keine spontane Tat, welche sich an diesem Tag entlud, sondern eine großangelegte und von langer Hand geplante Aktion. Die Bilbliotheken der Universitäten sollten vom Zersetzungsgeist und der jüdische Welthetze gesäubert werden. So bildeten sich an den Hochschulen Kampfauschüsse und erstellten Schwarze Listen mit Autoren, die die Reinheit der deutschen Sprache gefährdeten. Neben jüdische Literatur standen vor allem pazifistische, sozialistische, marxistische und libertäre Schriftsteller auf den immer länger werdenen Sammlunen undeutscher Umtriebe. Werke von Berthold Brecht, Erich Kästner, Erich Mühsam, Karl Marx, Sigmund Freud, Franz Kafka, H.G. Wells, Ernest Hemingway, Jack London, Albert Einstein, Heinrich Heine, Rosa Luxemburg und Kurt Tucholsky um nur einige Wenige zu nennen, vielen den Flammen zum Opfer.

Die öffentlichen Bücherverbrennungen der Nazis gelten – wie kaum ein anderes Ereignis – sinnbildlich nicht nur für den Terror, sondern allen voran für die Dummheit des faschistischen Schreckens des Dritten Reichs. Sie zeigen geradezu ikonisch auf, warum man Bücher lesen sollte, anstatt sie zu vernichten. Heinrich Heine schrieb einst: Dort wo man Bücher verbrennt, verbrennt man auch am Ende Menschen. Wie recht er doch hatte.

Anlässlich des Jahrestages der Bücherverbrennungen hat das Lüneburger Netzwerk gegen Rechts am 10. Mai 2014 mehrere öffentliche Lesungen in der Lüneburger Innenstadt organisiert. Ab 10 Uhr werden Auszüge aus den damals verbotenen Büchern, die Opfer der faschistischen Flammen geworden waren, gelesen.

Auch ich sehe mich in der Pflicht an diesem Tag aus den Werken der obengenannten Autoren zu lesen. Ich hege keinen Zweifel daran, dass sowohl meine Schriften, als auch ein Großteil der Werke meiner geschätzten Kolleginnen und Kollegen, ebenfalls verbrannt wurden wären. Zu sehr unterscheiden sich die geschriebenen Inhalte, die politischen Haltungen oder persönlichen Lebensführungen von der reinen deutschen Lehre. Aus diesem Grund hat es für mich eine besondere Wichtigkeit meinen Beitrag zu den öffentlichen Lesungen zu leisten.

Unterstützt die öffentlichen Lesungen und organisiert solche Aktionen in Euren Städten. Für die Freiheit des Wortes.

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