there’s no place I can be since I’ve found serenity

Veröffentlicht: August 17, 2015 in Uncategorized

On the road to Kopenhagen.Foto 2

Vier Tage Reise in das schöne Dänemark liegen hinter mir. Jedoch nicht zur Recherche, Urlaub oder Arbeit, sondern zum X Wing spielen. Bei X Wing handelt es sich um ein kombatives Taktikspiel mit Fliegern aus dem Star Wars Universum, welches ich sehr mag.
Das besondere an der jetzigen Reise war, dass es zu einem internationalen Turnier ging, den FFG Nordic Championship 2015 in Ballerup, Kopenhagen. So fanden sich 92 Spielerinnen und Spieler aus 9(!) Nationen ein. Dänemark, Deutschland, Schweden, Großbritannien, Finnland, Polen, Holland, Norwegen und sogar Island waren vertreten. Somit war die »Amtssprache« durchweg Englisch und ein Hauch von Europameisterschaft wehte durch den Veranstaltungsort.
Zu Sechst machten wir uns aus der BRD auf, um uns in hitzige Dog Fights zu stürzen. Natürlich verbanden wir unsere Reise in das Star Wars-Nerdversum nicht nur mit etwas Sightseeing, sondern auch damit, die Fantasyläden in Kopenhagen aufzusuchen. Was wir vorfanden war beachtlich. 4Gleich vier Spielläden drängten sich auf wenige Meter Shoppingmeile. Neben einem extra Geschäft für Liverollenspiel, für Comics & phantastische Literatur und eines für Spiele, gab es zusätzlich einen 3-stöckigen Verkaufsraum nur für Tabletops und Rollenspiele mit vier Meter hohen Wänden, vollgepackt mit Rollenspielbüchern, ganz wie in einer herrschaftliche Bibliothek. So etwas habe ich in Deutschland noch nicht gesehen. Ein Traum für alle Geeks! Fast wäre ich den Rest des Wochenendes hier geblieben.

5                                                               (Fantasy-Laden in Kopenhagen)
Aber kommen wir zu zum eigentlichen Event, dem Turnier. Nachdem wir feststellten, dass die durchschnittliche Kopenhagener Kreuzung mehr Ampeln aufweist als der Decimator Hüllenpunkte hat, ging es in aller Frühe in einen Vorort der Stadt. Auf uns wartete ein großes, ausgebautes Zentrum, welches nicht allein den X Wing-Spielern, sondern auch den Freunden von Netrunner, Imperial Assault, Armada und Game of Thrones ein Dach über dem Kopf bot. Es gab Kaffee, Frühstück und kühle Getränke, sowie ausreichend Platz für die einzelnen Spielmatten, was nicht immer selbstverständlich auf Turnieren ist. An den Wänden prangten, von alten Holzbalken unterbrochen, Plakate von zahlreichen Bluesrock-Bands, die hier in den vergangenen fünfundzwanzig Jahren gespielt hatten. Ein schöner Ort mit angenehmer Atmosphäre.

Foto3                                                                         (Veranstaltungsort)
Mit etwas Verspätung begann das sechs Runden andauernde Turnier, ehe am Abend die sechzehn Finalisten für den Cut feststehen sollten. Ich freute mich riesig, dass ich Mitspieler aus gleich fünf unterschiedlichen Nationen die Hand reichen durfte. Das war etwas ganz besonderes für mich. Das Miteinander war immer äußerst freundlich und zuvorkommend, wie ich das von X Wing Turnieren kenne.

6                                                                      (Erste Hilfe für den Deci)
Hier nun eine kurze Warnung: Es folgt Nerd-Fachsimpelei für alle Freunde des gepflegten X Wing Spiels 😉 Der Rest kann die folgenden Abschnitte getrost überspringen.
Ich trat mit einer imperialen Liste an. Whisper, Soontir Fel und das Doom-Shuttle. Ich legte also viel Wert auf Wendigkeit, Schnelligkeit und hatte Vader für die kritischen Treffer dabei. Soweit die Theorie…
Die erste Partie hatte ich gegen einen sehr sympathischen Finnen, der es später unter die besten 16 schaffte. Petir spielte Chewie und Leebo in zwei YT-Frachtern (dazu später noch mehr…). Das Spiel konnte ich noch halbwegs ausgeglichen bestreiten, musste mich jedoch irgendwann geschlagen geben. Die fehlende Routine mit meiner Aufstellung machte sich rasch bemerkbar, da mir zuvor die Trainingsspiele fehlten. Es wäre mehr drin gewesen! 50:100
Das zweite Spiel bestritt ich gegen Malwina, eine Polin mit der selben Aufstellung wie mein vorheriger Gegner. Diesmal hatte ich nicht den Hauch einer Chance. Sie bügelte mich schnell und routiniert ab. Ihre 360 Grad-Geschütze machten aus meinen wendigen, aber wenig gepanzerten Schiffen Weltraumschrott. Auch half mir Darth Vader gegen Chewie und Leebo nur wenig. Ich musste mich mit dem Gedanken abfinden, nur heute zu spielen und konnte den Einzug in die Endrunde vergessen. 0:100
An einem der hinteren Tische traf ich dann auf Andy aus London, der mir gleich mit seiner anachronistischen Aufstellung von Keylan Farlander, Wes Janson und Wedge Antilles imponierte. Wann sah man heutzutage schon mal zwei X-WIngs und einen B-Wing auf einem Turnier? Andy spielte erfahren, schnell und präzise. Jedoch konnte ich in dieser Runde endlich einmal meine Stärken auspacken. Immer wieder entzog ich mich seinem Feuerwinkel und Darth Vader frass sich mit kritischen Treffern durch die Hüllen. Ich gewann die Partie mit 100:35
Als nächstes traf ich auf Hector aus Dänemark. Ich vergass leider nach seinem Alter zu fragen, aber er müsste um die zehn Jahre alt gewesen sein und war mit seinem Vater da, der ebenfalls mitspielte. Auch Hector stellte zwei YT-Frachter und es dauerte eine Ewigkeit, bis ich mich durch die Panzerung schoss, aber ich konnte das Spiel 100:35 für mich entscheiden.
Zu diesem Zeitpunkt merkte ich, dass mehrere Stunden Konzentration und Anspannung nicht spurlos an mir vorbeigingen, aber es galt noch 2 Spiele zu bestreiten. Das nächste Match, der nächste YT. Diesmal in der Fat Han-Variante. Mein schwedischer Mitspieler Joakin war super nett und wir hatten eine gute Zeit. Das Spiel war lange offen, auch wenn er mir gleich zu Beginn das Shuttle nahm. Letztendlich konnte sich erneut mein Gegenspieler durchsetzen, dem ich dies von ganzem Herzen gönnte. 13:100
Die letzte Partie hatte ich erneut gegen einen Schweden und was soll ich sagen: Schon wieder gegen Chewie und Leebo. Somit musste ich 5 von 6 Partien gegen den Falken bestreiten. 4 von 6 Matches gegen Chewie & Leebo. Ich war bedient! Ich wusste im Vorfeld, dass meine Aufstellung anfällig gegen 360 Grad Geschütze war und Chewbo recht unempfindlich gegen Darth Vader sein würden. Aber das ich auf solch ein episches Zulosungspech stoßen werde, hätte ich mir nicht träumen lassen. Die Geschichte meiner letzten Partie ist somit schnell erzählt: Klare Niederlage. 47:100

Foto                                                                         (Cut der letzten 16)
Spielerisch war es somit ein sehr ernüchterndes Turnier. Neben der katastrophalen Gegnerlisten und schlechten Würfeln bin ich auch nicht sonderlich gut geflogen, was zu Platz 73 führte. Keiner von uns kam in den Cut, auch wenn Rogue Leader mit Platz 22 gefährlich nah dran vorbei schrammte. Somit lässt sich festhalten: Sportlich war der Ausflug nach Kopenhagen nix, menschlich dafür umso mehr. Ich kann nur jedem einmal empfehlen solch ein internationales Turnier zu fliegen. Es macht riesigen Spaß, ist total aufschlussreich und spannend. Vince hatte es hervorragend organisiert, es blieb kein Wunsch offen. Es bleibt noch zu erwähnen, dass natürlich nicht nur Chewie & Leebo in Kopenhagen gestellt wurden, sondern die Listen sehr abwechslungsreich waren und die gesamte Bandbreite abdeckten. So wurde meine Liste (wenn auch ohne mich!) Zweiter. Das Pokal ging nach England, erbeutet von Han Solo und Jake.

Am zweiten Tag schauten wir noch einmal kurz bei einigen Spielen im Cut zu, welche live ins Internet übertragen wurden. Ein parallel stattfindendes Eskalationsturnier ließen die meisten von uns aus, um sich auf den Rückweg zu machen. Im Gepäck einen großen Stapel toller Erfahrungen, die Erinnerung an großartige Menschen und dem dringenden Wunsch nach einer neuen Squadliste und viel, viel mehr Übung.

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