let´s have a black solidarity

Veröffentlicht: Januar 14, 2016 in Uncategorized

Am vergangenen Montag überfielen ca. 250 Neonazis Connewitz. Der Überfall war der schwerste Angriff auf das Leipziger Stadtviertel seit 1938.12496415_515988418583720_3756676987578848853_o

Was war geschehen?

Anlässlich des Jahrestages des örtlichen PEGIDA-Ablegers verabredeten und organisierten sich Nazi-Hooligans aus dem gesamten Bundesgebiet. Sie riefen zu einem Sturm auf Leipzig auf und agierten geschlossen und paramilitärisch. Sie zerstörten zahlreiche Fensterscheiben, beschädigten Autos, griffen Passanten an und entzündeten einen Wohnungsbrand. Der Angriff war im Vorfeld geplant, gezielt und straff organisiert.

Warum dieser Mob eine halbe Stunde frei marodieren konnte, trotz massiver Polizeikräfte in der Stadt, und warum der Verfassungsschutz nicht von den Organisationsstrukturen mitbekommen hatte, muss an einer anderen Stelle geklärt werden. Am Folgetag setzten mehr als 2000 Anwohner ein starkes Zeichen auf einer Demonstration und signalisierten, dass sie sich nicht einschüchtern lassen werden. Heute geht es mir um Solidarität mit den Betroffenen.

Und jetzt?

Im Sommer war ich, anlässlich einer Lesung beim Wave-Gothik-Treffen, im Stadtteil Connewitz unterwegs. Sofort gefiel mir die lebendige Vielfalt des links-alternativen Viertels. Die zahlreichen spannenden Projekte, kleinen Geschäfte und offenen Gesichter machen ein besonderes Flair aus. Unter anderem besuchte ich den Gothic Second Hand-Shop, dessen obenstehendes Bild mich zu diesem Blogartikel bewegt hat. Auch dieser wurde Opfer der Angriffe der Neonazis.

Nun ist Leipzig weit entfernt von meinem Wohnort Lüneburg, doch wollte ich über die Kilometer hinweg meine Hand in Solidarität reichen und Euch alle dazu auffordern es ebenfalls zu tun. Ich habe ein kleines Paket mit wenigen Büchern (Umray, DSA) gepackt, um es dem Gothic Second Hand-Shop zu schicken. Sie sollen sie verkaufen um so zumindest ein paar Euros für neue Scheiben zusammenkratzen zu können.

Gerade im gesellschaftlichen Klima von NSU, PEGIDA, Verschärfung der Asylgesetzte und täglichen Angriffen auf Flüchtlingsunterkünfte finde ich Solidarität zwischen Aktiven gegen Nazis und Betroffenen von rechten Gewalttaten wichtiger denn je.

Also: Kauft in Connewitz, schickt ihnen Dinge zum verkaufen oder einfach nur solidarische Grüße. Ihr glaubt gar nicht, wie gut auch ein paar warme Worte in solch einer Situation tun können.

 

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