it´s a trap!

Veröffentlicht: April 30, 2016 in Uncategorized

Heute ist internationaler Tabletop-Tag.Foto 2

Aus diesem Grund spiegle ich Euch das Interview, welches der Tischkrieger mit mir geführt hat. In der Rubrik „Fünf Fragen am Freitag“ geht es nicht nur um die Schriftstellerei, sondern auch um das Miniaturenspiel X-Wing. Viel Spaß damit!

Tischkrieger: Mike steht mir heute Rede & Antwort, er ist nicht nur Buchautor, sondern auch passionierter X-Wing Spieler.
Frage 1: Mike, der ein oder andere hat sicherlich schon mal ein Buch/eine Kurzgeschichte von dir gelesen. In welchem Genre bist du unterwegs und verrätst du uns deine aktuellen Projekte?
Aber gerne, Jan. Ich bin Autor in dem weit gefassten Feld der Phantastik. Das beinhaltet alles von klassischer Fantasy, über Space Opera bis Steampunk. Ich habe drei Romane in der Welt des bekannten Rollenspiels Das Schwarze Auge veröffentlicht und diverse Kurzgeschichten bei unterschiedlichen Verlagen. Darüber hinaus schreibe ich auch für Rollenspielsysteme als solche, z.B. für Eis & Dampf, Splittermond und natürlich auch DSA.
Gerade ist meine Kurzgeschichte Der Krähenkönig in der Sword & Sorcery-Anthologie Blutroter Stahl herausgekommen, nächsten Monat folgt eine weitere Erzählung in der Kurzgeschichtensammlung Gamer, bei der es thematisch um Retrovideospiele dreht. Sehr spannend! Ansonsten fiebere ich gerade meinem ersten Hörbuch entgegen. Riva Mortis, mein Erstlingswerk, wird zurzeit professionell vertont. Eine große Freude!
Leider steht kein Star Wars Roman auf meinem Zettel, da haben es deutsche Autoren recht schwer ranzukommen. Dafür spielen doch einige von uns leidenschaftlich gerne X-Wing, wenn ich das mal anmerken darf.

Frage 2: Du bist auch aktiver X-Wing Spieler, spielst du lieber Missionen mit einer
schönen Geschichte dazu oder magst du den „knallharten“ Turnieralltag lieber?
Das ist ganz witzig, da ich eigentlich immer die Geschichte der Regel vorziehe – außer bei X-Wing 🙂 Im Medium Rollenspiel oder bei Videospielen geht für mich nichts ohne eine mitreissende Erzählung die mich narrativ mitreisst. Aber bei X-Wing haben mich die Missionen von Anfang an nicht interessiert. Ich liebe den Dog Fight und genieße es sehr auf Turniere zu fahren. Im letzten Jahr war ich zusammen mit den restlichen Lüneburg Saltwalkern auf einem internationalen X-Wing-Turnier in Kopenhagen. Das sind einfach großartige Erfahrungen, die ich im Missionsspiel nicht wieder finde. Ich mag weite Teile der Community und finde es sehr spannend mich mit einem Laminidas, Rogue Leader, Sarge oder MaltMaster zu messen.
Leider liebe ich cineastische Szenen und ne spannende Dramaturgie meist mehr als das effektive Spielen. Das führt dazu, dass ich zwar viel Spaß bei knallharten Turnierspielen habe, mir jedoch durch mein zu impulsives Spielen häufig eine blutige Nase hole. Deswegen war mein größter Turniererfolg auch lediglich ein elfter Platz, jedoch mit einem völlig überraschenden Sieg über einen gewissen Drachenzorn.

Frage 3: Jeder X-Wing Spieler steht vor einer großen Herausforderung: Listenbau! Wie bereitest du dich auf ein Turnier vor? Wie sieht dein Listenbau aus?
Ich liebe den Listenbau! Ich mag das Tüfteln und Grübeln. Wie bei anderen Miniaturspielen auch, ist das Squadbuilding für mich fast genauso spaßig wie das eigentliche Spiel. Dabei meide ich jedoch die super-mega-Meta-Listen, dass ist mir zu einfach. Man wird mich nicht mit 4 Y-Wings und Zwillingslaser antreffen. Herrje, nachher würde ich noch mehr Spiele gewinnen als verlieren, wo kommen wir denn da hin!?
Aber ich würde auch nicht mit 3 HWKs losziehen, so ist das nicht. Ich bin häufiger mit Soontir Fel geflogen, habe zuletzt die Beastie Boys (3 T-70) ausprobiert und liebe die Scumvariante von Kath in Begleitung einer Krabbe. Gerne in Verbindung mit Spielereien wie zum Beispiel Trägheitsdämpfer oder andere Einwegkarten. Die bieten gutes Potenzial für einen überraschenden Twist im Gefecht.
Ansonsten fehlt mir leider häufig die Zeit mich mit genügend Training angemessen auf Turniere vorzubereiten. Auch das macht sich bemerkbar, wenn ich mal wieder knapp an der Tischkante vorbei schramme oder felsenfest davon überzeugt bin in Reichweite 3 zu sein und in Wirklichkeit weit davon entfernt stehe.

Frage 4: Bücher schreiben und Brettspiele spielen – das könnte man doch kombinieren. Hast du schon mal überlegt ein eigenes System zu erschaffen?
Überlegt habe ich das in grauer Vorzeit bestimmt schon mal, aber das ist nichts für mich. Da fehlt mir die Zeit und auch das Können. Wenn ich sehe wieviele schlaue Köpfe sich wirklich tolle Mechanismen überlegen um spannende Spiele auf den Tisch zu bringen, kann ich nur respektvoll meinen Hut lüften. Ob X-Wing, Infinity oder ein Rollenspielregelwerk – da steckt mehr Hirnschmalz drinnen, als ein Einzelner stemmen kann. Nene, da bleibe ich lieber bei den Erzählungen.

Frage 5: Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag eines Fantasy Autors aus? Woher ziehst du deine Inspiration? Wie lange arbeitest du an einem Buch?
Einen festen Alltag gibt es nicht. Wie fast alle meiner Kolleginnen und Kollegen übe ich den Beruf des Schriftstellers nur nebenberuflich aus. Nicht einmal 5% der Autoren in der BRD können allein vom Schreiben leben. Somit dominiert natürlich erstmal mein normaler Brötchenjob den Alltag. Da ich nach Hamburg pendle, bieten sich die Zugfahrten für eine erste Schreibphase an. Der Rest landet dann in den Abendstunden und natürlich an den Wochenenden.
Es ist aber leider nicht so, dass ich Abends mit Whiskeyglas oder Rotweinschwenker am Computer sitze und warte, dass mich die Muse küsst. Schreiben ist zu einem Großteil Handwerk, Fleiß und eben auch einfach Arbeit. Dementsprechend bin ich am effektivsten, wenn ich mich gleich Morgens an die Tastatur setze und konzentriert beginne. Inspiration und Kreativität kommen in der Auseinandersetzung mit dem Text meist automatisch. Nichtsdestotrotz leben Geschichten von ihren Figuren, weshalb ein vernünftiges Sozialleben eine prima Inspirationsquelle ist. Aber einem Autor fehlt es generell nie an Ideen. die Schwierigkeit ist eher sich zu strukturieren und auszuwählen, worüber man als nächstes schreibt.
Danke, Mike! Gern geschehen 😉

 

Advertisements

Die Kommentarfunktion ist geschlossen.