with so many light years to go and things to be found

Veröffentlicht: August 1, 2016 in Uncategorized

Escape from Targ.mer1boit

Vielleicht erinnern sich die älteren Semester noch daran? 1986 veröffentliche die Computerfirma Novagen das Spiel Mercenary für diverse System, wie z. B. den Atari ST, Commodore Plus 4 oder Amstrad 464. By the way: Erinnert sich überhaupt noch jemand an diese Computer?

Nun schreibe ich diesen Blogartikel nicht (allein), um in nerdigen Erinnerungen zu schwelgen, sondern um meine Inspiration für eine meiner Kurzgeschichten aufzuzeigen. Die dritte Stadt aus der Anthologie Gamer.

Mercenary gehört zu den ersten 3D-Spielen überhaupt und brillierte durch eine Drahtgitter-Vektorgrafik. Zum Einstieg stürzte man mit seinem Raumschiff auf den Planeten Targ ab. Der sprechende Bordcomputer übergab – eine halbe Sekunde vor dem Aufprall auf die Planetenoberfläche – die Kontrolle des Schiffs an den Spieler, was einem herzlich wenig nützte, aber gut den Humor des Spieles zeigte. Noch ein Beispiel gefällig? Wenn man das Spiel, so wie ich, auf einem Commodore-Rechner spielte, fand man in der virtuellen Stadt Werbetafeln der Konkurrenzfirma Atari. Der Abschuss solcher Aufsteller wurde lobend gewürdigt. Spielte man auf einem Atari ST, war es genau anders herum. Herrlich!

Mittels Bodenfahrzeugen und Gleitern galt es nun den Planeten zu erforschen und einen Ausweg von Targ zu finden. Unterirdische Wohnkomplexe und unberechenbare Teleporter brachten einen guten Schuss Verwirrung in das Spielerlebnis. Dazu kamen Papierfliegergleiche Jäger mit denen man sich actiongeladene (1986!) Gefechte liefern konnte. Das Ganze in einer frei begehbaren Stadt, Jahrzehnte vor dem der Begriff open-world publik wurde.

Ich habe Mercenary, sowie den Nachfolge Second City, geliebt. Sie beflügelten meine Phantasie als Heranwachsender, wenn es galt, sich in fiktiven Welten zu bewegen und einen einsamen Kampf auf Targ zu führen. So war mir recht schnell klar, kurz nachdem ich die Anfrage von Andrè Skora bzgl. der Gamer-Anthologie erhalten hatte, ich musste Mercenary als Grundlage für meine Erzählung nehmen. Trotz zahlreicher prägenden Computerspiele hat dieses Game ein ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen.

Ich welcher Form ich das Spiel in meiner Kurzgeschichte umgesetzt habe, kann ich hier nicht im Detail verraten. Doch die stilprägende Vektorgrafik taucht natürlich in meiner Geschichte auf. Und ja, selbst der Titel Die dritte Stadt ist von The Second City inspiriert, wie man unschwer erkennen kann. Doch ist es viel mehr die trost- und hoffnungslose Stimmung, welche mich damals in seinen Bann gezogen hat und in Teilen auch bei der Dritten Stadt Einzug hält.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch gerne mal Mercenary und seine Nachfolger an. Es lohnt sich! Wenn ihr leider nicht mehr über eine Datasette oder eine FloppyDisk verfügt kann ich Euch immer noch die Anthologie Gamer aus dem Begedia Verlag empfehlen ;-).

Ach so: Ich hatte Mercenary und Second City, falls mich meine Erinnerung nicht ganz täuscht, auf einem C16 mit Speichererweiterung gespielt. Und natürlich auf Kassette.

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