wer ein zuhause hat braucht keine heimat

Veröffentlicht: Juni 19, 2019 in Uncategorized

Mein Zuhause war am vergangenen Wochenende die NordCon in Hamburg.

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Wie in jedem Jahr ist es für mich ein Ort alte Freundinnen und Freunde zu treffen, die ich manchmal nur ein, vielleicht zweimal im Jahr sehe. Die NordCon bedeutet für mich zahlreiche Umarmungen, Lächeln und gegenseitiges Schulterklopfen für die zahlreichen Projekte, die man in der Zwischenzeit gestemmt hat. NordCon bedeutet für mich ebenfalls selbstloses Handeln, wenn dutzende Helferinnen und Helfer tagelang (unentgeltlich!) arbeiten um alles aufzubauen, Workshops zu veranstalten oder zu kochen.

In diesem Jahr standen für mich mehrere Dinge weit oben auf der Agenda. Zum einen natürlich der erste öffentliche Auftritt des Uhrwerk-Verlags nach Bekanntgabe der Insolvenz. Das entsprechende Panel war weitaus emotionaler als erwartet und ich ziehe meinen Hut vor der Kraft des Verlagsleiters Patric Götz sich dieser Situation derart souverän zu stellen. Das sie in den Tagen nach Bekanntgabe der Insolvenz den 20fachen Umsatz gemacht haben zeigt, dass die Szene zusammenhalten kann, wenn es darauf ankommt.

Interessant war die Eheleute Franke einmal persönlich zu treffen. Sie wurden nicht nur für ihr Lebenswerk geehrt, weil sie mit Midgard maßgeblich daran beteiligt waren Rollenspiel in der BRD zu verbreiten, sondern standen in einem Panel Lena Falkenhagen Rede und Antwort und gaben dabei tiefe Einblicke in ihr Wirken.

Eine große Freude war selbstredend, dass mein Freund Jörg Köster und die Redaktion Phantastik den Deutschen Rollenspielpreis mit Seelenfänger gewinnen konnten. Da ich weiß wie viele Schweiß und Kraft Jörg in dieses Projekt gesteckt hat und wie viele Jahre er am Ball blieb und kämpfte, freue ich mich umso mehr. Toll gemacht Jörg, Du hast es absolut verdient!

Am Samstag hatten wir unseren Workshop rund um das Thema Diversität im Rollenspiel. Gemeinsam mit Aşkın Hayat Doğan, Ben Maier, Frank Reiss und Lena Richter gingen wir der Frage nach, wie können diskriminierte Personengruppen, wie People of Color, queere Menschen oder Menschen mit Behinderung, im Rollenspiel respektvoll repräsentiert werden? Ich rechnete an diesem Tag mit vielleicht 15 Interessierten, von denen uns mindestens ein Drittel nicht wohlgesonnen seien würde, schließlich haben die Erfahrungen im Vorfeld gezeigt, dass man nicht bei jedem einen Blumentopf gewinnt, wenn man an einem Projekt wie Roll Inclusive beteiligt ist. Etwas fassungslos blickte ich zu Beginn in über 100 aufgeschlossene Gesichter die sich mit sehr guten Wortbeiträgen an der Debatte beteiligten und wir gemeinsam das Panel um satte 45 Minuten ausdehnten, um möglichst Vielen gerecht werden zu können. Beileibe hätte ich nicht gedacht, dass das Thema Diversität in Spielen eine solche Relevanz innehat und so viele Menschen positiv bewegt.

So zeigte sich die diesjährige NordCon von ihrer besten Seite, war solidarisch, empfang mich, genauso wie viele andere Menschen, mit offenen Armen und hinterließ eine satte Portion Hoffnung. Das sich erstmals im Programmheft Hinweise über das Miteinander fanden und welche Verhaltensweisen für die Orga nicht hinnehmbar seien würden, hat sicherlich auch einen Teil zum guten Miteinander beigetragen. Danke NordCon.

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