though your dreams be tossed and blown

Veröffentlicht: Dezember 2, 2016 in Uncategorized

Eine erste Rezension.heldformelcoverweb

Langsam kommt die Heldformel ins Rollen und so passt es prima, dass die Internetseite Fantasyguide, sich das Buch mal genauer angeschaut hat.

Man spürt an vielen Stellen den Spaß der Autorinnen„, resümiert der Rezensent und hat dabei absolut recht. Eine Stärke der Heldformel ist definitiv die Schreibfreude, mit der unsere AutorInnen an das Projekt herangegangen sind. Aber auch darüber hinaus schneidet das Buch gut bei Fantasyguide ab. Großartig!

 

herkules, erdogan und andere superhelden

Veröffentlicht: November 22, 2016 in Uncategorized

fotoDurch den Release der Heldformel arbeite ich das erste Mal mit dem Berliner Independentverlag Periplaneta zusammen. Grund genug, sich von Ihnen interviewen zu lassen.

Preisfrage: Was haben Star Wars, Pretty Woman und Herr der Ringe gemeinsam? – Alle drei Werke sind nach einem narrativen Schema aufgebaut, das gemeinhin als „Heldenreise“ bekannt ist. Zu eben dieser haben Mike Krzywik-Groß und Ralf Kurtsiefer ein ungewöhnliches Buchprojekt konzeptioniert, um Autoren dieses sagenhafte “Erfolgrezept für Geschichten” näherzubringen. Die Heldformel enthält einen Sachtextteil, einen Soundtrack und eine Erzählung, die von einem Kollektiv von acht Autoren geschrieben wurde. Das klingt nach ganz schön viel Arbeit – aber sie hat sich gelohnt, denn das crossmediale Buch erscheint im November bei Periplaneta in der Edition Drachenfliege.

Anlass genug, um mit Mike über Herkulesaufgaben, Superhelden und Erdogan zu sprechen:

Periplaneta: Über die Stationen der Heldenreise sind bereits mehrere Bücher veröffentlicht worden. Warum jetzt noch eines?

Mike Krzywik-Groß: Natürlich gibt es darüber schon zahlreiche Bücher. Manche setzen den Schwerpunkt auf die Mythenforschung, andere kommen aus einem spirituellen Umfeld und wieder andere sind in einem literaturwissenschaftlichen Kontext entstanden. Aber wir hatten einen ganz anderen Ansatz und das macht die Heldformel zu etwas Besonderem.
Wir wollen AutorInnen inspirieren und ihnen ein kreatives Praxishandbuch bieten, mit dem sie sofort loslegen können. Uns war es wichtig, die Einstiegshürde in die Heldenreise so niedrig wie möglich zu halten. Wenn ich also etwas über Dramaturgie lernen möchte und verstehen will, warum manche Geschichten spannend auf mich wirken und andere nicht, dann kann man genau dies auf unterhaltsame Weise in unserem Buch erfahren. 
Darüber hinaus ist unser Buch völlig anders aufgebaut als alle anderen Bücher zu diesem Thema. Wir haben eine spannende, exemplarische Geschichte verfasst und erklären im theoretischen Teil, warum wir innerhalb der Geschichte Entscheidungen so getroffen haben, wie wir sie getroffen haben. 
Und obendrein haben wir die Heldformel vertont. Ralf Kurtsiefer hat sich jede Station der Heldenreise vorgeknöpft und ein entsprechend orchestrales Lied dazu aufgenommen. Man muss sich den Stimmungsaufbau wie bei einem Soundtrack zu einem Film vorstellen – großartig!

Mike Krzywik-Gross by tutamania-artweb

P.: Die Geschichte “Barnors Herz” wurde von insgesamt acht Autoren geschrieben. Trotzdem liest sie sich, wie aus einem Guss. Wie wurde der Schreibprozess an der Geschichte koordiniert?

M.K.-G.: Puh, das war eine Herkulesaufgabe. Hätten wir nicht solch großartige Autorinnen und Autoren an Bord gehabt, wäre dieses Vorhaben sicherlich nicht möglich gewesen. In erster Linie bedeutet ein Projekt mit so vielen Beteiligten eines: sehr viel zusätzliche Arbeit.
Nachdem Ralf mit seiner Idee zur Heldformel an mich herangetreten war und sich bereits mitten im Komponieren befand, erstellte ich ein Exposé für die Erzählung. Natürlich hielt ich mich recht eng an die Struktur der Heldenreise. Nachdem sich Geschichte und Figuren etabliert hatten, teilte ich die Autoren den einzelnen Stationen der Heldenreise zu. Manche übernahmen gleich zwei Abschnitte. 
Dann ging es chronologisch durch die Erzählung. Das kostete unglaublich viel Zeit, da nicht parallel an verschiedenen Passagen gearbeitet werden konnte. Doch nur so konnte angemessen auf dem bereits geschriebenen Teil aufgebaut werden. 
Als Nächstes folgten zahlreiche Lektoratsdurchgänge meinerseits. Ich machte mich auf die Suche nach inhaltlichen Fehlern, kleinen und großen Ungereimtheiten und bekam natürlich auch Hinweise der Autoren. Anschließend gaben wir das Manuskript einer befreundeten Lektorin, da wir genau das von Dir angesprochene Problem sahen: Was ist, wenn sich unsere Erzählung wie Stückwerk liest? Das mussten wir tunlichst vermeiden. Zu guter Letzt lektorierte Periplaneta natürlich ebenfalls noch einmal. Erst dann waren wir zufrieden mit dem Ergebnis. 

Deutscher Phantastik Preis

P.: Wie habt ihr die Autoren gefunden?

M.K.-G.: Ralf und mir war es wichtig, dass wir alle kannten. Hätten wir uns Autoren via Ausschreibung gesucht, hätte das Projekt nicht funktioniert. 
Die Heldformel ist ein Herzensprojekt, in welches wir sehr viel Zeit investiert haben. Und ebendiese Zeit wollten wir mit Menschen verbringen, die wir mögen und schätzen. Unsere Mitautoren sind allesamt feine Menschen. Zudem ist jeder Einzelne von ihnen ein großartiger Autor bzw. eine herausragende Autorin. Ich wusste bei jedem genau, was ich von ihm oder ihr bekomme, wenn ich ihnen meine Geschichte und meine Figuren anvertraue. 
Wenn ich mir heute den Text noch einmal durchlese, bin ich begeistert von all den kleineren und größeren Ideen, welche die AutorInnen eingebracht haben.

P.: Du bist Phantastik-Autor und hast für Deine Beiträge in verschiedenen Buchreihen 2013, 2014 und 2015 den Deutschen Phantastik Preis erhalten. Schreibst Du alle Deine Geschichten und Romane nach dem Grundgerüst der Heldformel?

M.K.-G.: Hin und wieder packt es mich, aber nur im Rahmen von Kurzgeschichten, dass ich einfach drauflos schreibe, weil ich eine fesselnde Idee habe. Aber alles, was länger ist, bedarf einer genaueren Planung. Dabei ziehe ich sehr wohl die Heldformel zu Rate und überprüfe die Geschichte oder die Entwicklung einzelner Figuren anhand des Konstrukts. Und hin und wieder entscheide ich mich ganz bewusst dafür, an der einen oder anderen Stelle vom Schema abzuweichen.

CC Zwergen-Power by Chefzwerg P.: In dem Sachteil äußerst Du Dich über die allgegenwärtige Verwendung des Heldenbegriffs (Lieferheld, Familienheld, …) durchaus kritisch. Was glaubst Du: Welcher gesellschaftliche Prozess hat dazu geführt, dass es so viele Alltagshelden gibt?

M.K.-G.: Eine sehr gute Frage, die gar nicht so leicht zu beantworten ist. Die Deutschen hatten ja schon immer was für die Heldenverehrung übrig. Ob es die Nibelungen waren oder die Nazis, Heldenverehrung war sehr lange Zeit en vogue. Erst im Nachgang des Nationalsozialismus etablierte sich der Gedanke, dass ein einzelner Heilsbringer vielleicht nicht die beste Idee sei. Speziell in Westdeutschland wurde der Begriff Held weitgehend verbannt, während es im Osten zumindest noch den Held der Arbeit gab. 
Es kam zur Wiedervereinigung, Gerhard Schröder führte eine Schlussstrichdebatte und die Fußballnationalmannschaft wurde Weltmeister. Deutschland war wieder wer in der Welt und Stimmen forderten einen unverkrampfteren Umgang mit der Nazizeit. Es etablierte sich ein neues, unreflektiertes Selbstbewusstsein; inklusive von Auslandeinsätzen der Bundeswehr und einer Führungsrolle in Europa. (Kann man sich heutzutage kaum noch vorstellen, dass es einmal anders war, da es sich schon so gewohnt anfühlt.) Im Fahrwasser dieser Auseinandersetzung verlor man das Fingerspitzengefühl, wenn es um die besondere Rolle der Deutschen in der Weltgeschichte ging. Es folgte eine Enttabuisierung der Sprache, die auch nicht halt vor dem Begriff Held machte.  
Doch der Wunsch nach einem Helden ist kein rein deutsches Phänomen. Auch der Erfolg von autoritären Anführern wie Trump, Erdogan oder Orban zeigen, wie sehr Gesellschaften sich auf eine Person – einen Helden – konzentrieren wollen, anstatt sich kollektivistisch aufzustellen. Ich hatte mal die Hoffnung, dass wir uns langsam in Richtung einer postheroischen Gesellschaft bewegen könnten. Stattdessen haben wir nun die postfaktische Gesellschaft. Mich lässt das schaudern.

P.: Welche persönlichen Helden hast Du?

M.K.-G.: Ich gehöre der Kill-your-Idols-Generation an. Mir ist der Wunsch nach Heldentum schon immer suspekt gewesen. Nichtsdestotrotz habe ich in vielen Lebensbereichen Menschen, die ich für das, was sie tun, sehr schätze. Ob es Trent Reznor ist, der hervorragende Musik macht oder Tim Burton, der zauberhafte Filme dreht. Aber Helden? Nein danke. 

P.: Ein Gedankenexperiment: Du bist Autor und zugleich Protagonist in Deinem nächsten Buch – und hier natürlich der Held😉. Welche persönliche Entwicklung würdest Du Dir selbst auf den Leib schreiben?

M.K.-G.: Ich hätte natürlich einen ausgefeilten Plot, wie sich ein unscheinbarer Autor phantastischer Literatur hin zu einem Superhelden entwickelt. Was denn sonst?!

P.: Wie konnte ich nur fragen 😉 Herzlichen Dank für das Interview!

we can be us, just for one day

Veröffentlicht: November 18, 2016 in Uncategorized

Die Heldformel ist erschienen.heldformelcoverweb

Was 2014 begonnen hat, erblickt heute das Licht der Welt. Die Buch+CD-Publikation hat einen langen Weg hinter sich und ich bin um so glücklicher, dass dieses Herzensprojekt von Ralf und mir heute erschienen ist. Doch worum geht es?

Das Überleben im Schatten der Pyramide des unsterblichen Gottkaisers ist hart. Umso glücklicher ist der junge Pahlek, als er in der Arena Barnors eine magere Pantherkeule ergattert. Doch als ihm plötzlich der Mord an einem Senator angehängt wird, muss er sich entscheiden: Flieht er oder begibt er sich auf eine Reise, die ihn zum Helden machen könnte …

Sie merken: Das Abenteuer ruft! Doch wie schreibt man eigentlich eine spannende Geschichte? Gibt es ein Rezept, eine Heldformel? In diesem crossmedialen Leitfaden für Autoren vermischen sich Theorie, Inspiration und angewandte Praxis: Mike Krzywik-Groß schlüsselt zusammen mit sieben weiteren Phantastik-Autoren die extra für dieses Projekt verfasste Erzählung Barnors Herz auf und erklärt anschaulich die Prinzipien einer klassischen Heldenreise.
Vertont wurden deren zwölf Stationen von Ralf Kurtsiefer. Der versierte Komponist steuerte einen cineastischen Soundtrack bei, der vielleicht auch Sie zu inspirieren vermag. Ein höchst unterhaltsames Praxishandbuch zur Heldenerschaffung mit einem heldenhaften Cover von Nicole Altenhoff.

Gemeinsam mit: Anja Helmers, Ann-Kathrin-Karschnick, Christian Lange, Gudrun Schürer, Melanie Kurtsiefer, Stefan Schweikert und Torsten Exter.

In einer Woche erscheint Die Heldformel.foto

Ich freue mich schon sehr auf die Kombination aus Buch und CD und bin unheimlich gespannt, wie es Euch gefallen wird. Vorab berichtet bereits P Magazine über den anstehenden Release. Hier kann man den Artikel lesen.

Die Heldformel ist eine Melange aus Sachbuch, spannender Erzählung und Musik-CD, welche von Ralf Kurtsiefer komponiert wurde. Das Konzept der Reise des Helden wird von allen Seiten beleuchtet und unterhaltsam aufbereitet. Das Buch erscheint im Verlag Periplaneta. Dort findet man auch ein Porträt von mir.

Folgende AutorInnen waren an der Erstellung der Heldformel beteiligt: Anja Helmers, Ann-Kathrin-Karschnick, Christian Lange, Gudrun Schürer, Melanie Kurtsiefer, Stefan Schweikert und Torsten Exter.

heldenkarte-front-1

johnny wants a brain

Veröffentlicht: November 10, 2016 in Uncategorized

Immer mal wieder, meist wenn der Wind zu kalt wird und die Lage unbequem, setzte ich mich auf meine Bordsteinkante und betrachte die Dinge, die in der Welt passieren.Bordsteinkante

Meist gleicht der Blick eher einem Jahresrückblick als einer Analyse, aber heute ist das etwas anders. Donald Trump wurde gestern zum Präsidenten der Vereinigten Staaten von Amerika gewählt.

Einfach so. Bäm. Ohne Vorwarnung.

Zumindest für mich völlig überraschend, da ich solch eine Wahl nicht für möglich gehalten hatte und entsprechend ungläubig, mit dem ersten Kaffee in der zittrigen Hand, auf den Fernseher starrte. Noch immer wirkt das Ganze wie ein schlechter Witz, wie eine Episode der Simpsons oder einen Streich von Jan Böhmermann. Doch leider gibt es keinen Jack-in-the-Box der ruft: »Trarara, alles nur ein Witz!«

Also nehmen wir doch mal auf dem Kantstein Platz.

Warum wurde Darth Donald gewählt?

Sicherlich nicht weil alle US-Amerikaner und US-Amerikanerinnen Idioten sind, wie es heutzutage populär ist, zu behaupten. Es gehört etwas mehr dazu Präsident zu werden, als ein paar dumpfe Rednecks hinter sich zu versammeln.

Trump hatte das perfekte Zeitfenster erwischt. Er ist kein Trend, keine neue Richtung. Trump ist Ausdruck eines aktuellen Zeitgeistes, dem der Begriff Populismus nur noch bedingt gerecht wird. Er agiert postfaktisch. Seine Inhalte spielen kaum mehr eine Rolle. Wichtig ist sein Auftreten, seine Haltung und die Emotionen, welche er bei seinen Wählern weckt. Angst ist sicherlich ein wichtiger Faktor, aber bei weitem nicht der einzige. Er war die perfekte (Witz-)Figur der Medien. Niemand sonst bekam so viel Sendezeit und Aufmerksamkeit, wie der »Trottel mit der doofen Frisur«. Und genau das nutzte Trump. Selbst wenn er nur stupide wiederholte, dass Clinton korrupt sei, nutzte er jede Sekunde davon um zu zeigen, dass er die (einzige) Alternative zum Establishment ist.

Viele seiner Wähler gehören zu den white angry men. Diese Leute lassen sich nicht allein durch Furcht instrumentalisieren. Sie haben Ziele. Make America great again, war der perfekte Slogan für sie. Diese Leute wollen nicht mehr belehrt werden. Keiner von Ihnen möchte mehr der Verlierer sein. Sie sind ausgegrenzt. Wirtschaftlich, aber allen voran auch kulturell. Sie wollen Macht, sie wollen ein starkes Amerika mit einem starken Leader. Es ist nicht ihre Angst, die Trump ins Weiße Haus gespült hat. Es ist ihr Hunger nach Anerkennung und Dominanz der US-amerikanischen Gesellschaft.

Es ist der gleiche Hunger, welcher Russen Putin zujubeln läßt. Sie wollen die Sowjetunion zurück, welche einst die mächtigsten Nationen der Welt war. Es soll Schluss sein mit der (falschen) Bescheidenheit. Es geht um Weltmachtsphantasien, wie man sie in Iowa, Texas oder Alabama kennt. Make America great again schafft man nicht mit Schulbildung oder Krankenversicherungen, sondern mit markigen Chauvinismus, einfachen Lösungen und Flugzeugträgern.

Trump nährt genau diese Hoffnung auf ein starkes Amerika. Es ist eine Rhetorik, die mich an George W. Bush erinnert, der einen christlichen Kreuzzug im Nahen Osten ausgerufen hatte. Oder an Frau Palin, die ihr Zeitfenster verpasst hatte und doch unheimlich populär in den USA war und ist. Für Einige sind das die good-old-times. Die Zeiten als Ronald Reagan Star-Wars-Programme initiierte und in tolkinischer Tradition über das Böse im Osten fabulierte. Da war die Welt noch in Ordnung. Damals lief die Autoindustrie noch wie geschmiert und ein Handelskrieg mit China wäre nicht denkbar gewesen. Amerika war die Weltmacht Nummer 1. In allen Lebensbereichen galt: Amerika first!

Dazu kommt, dass die white angry men zutiefst beleidigt sind. Sie wurden acht Jahre lang von einem Schwarzen regiert – die Kränkung könnte nicht größer sein. So ist es für viele eine zutiefst rassistische Entscheidung Trump zu wählen. Sie wollen die Demokraten mit Schimpf und Schande aus Washington jagen, wenn man schon keine brennenden Kreuze aufstellen kann. Die Schmach der Obama-Jahre ist so fest verankert, dass das Land nicht auch noch die erste Frau als Präsidentin verkraftet hätte. Es ist der Backdraft konservativer, sexistischer und rassistischer Kräfte. Ein genussvoller Rückhandschlag der Bigotterie.

Es ist der gleiche Effekt den man in Dresden oder Bautzen beobachten kann, wenn die Männer (und das sind sie größtenteils) »Wir sind das Volk« schreien. Es ist eine so tiefbraune Suppe aus Enttäuschungen und Hass auf alles, was nicht innerhalb des eigenen Tellers schwimmt. Endlich darf man es wieder aussprechen. Endlich darf man wieder auf Sie herabsehen. Endlich ist man wieder wer – oder bildet es sich zumindest ein.

Wird Trump die Welt verändern?

Vielleicht, vielleicht auch nicht. Wir dürfen nicht vergessen, dass er sich in eine illustre Reihe von autoritären Machthabern gesellt. Namen wie Putin, Erdogan, Assad, Orban oder die aufstrebende Le Pen passen vortrefflich zum Politikstil des neuen US-Präsidenten und bilden eine ganz eigene Achse des Bösen. Sie alle eint die Verachtung einzelner Volksgruppen und der Hunger nach Macht. Jeder von ihnen hat mehr oder weniger Schaden in der Welt angerichtet und das wird Trump auch tun. Er wird Entscheidungen treffen, welche für mich nicht nachvollziehbar sein werden (eine Mauer in Richtung Mexiko!). Das wird das Leben Einzelner, wenn nicht gar Vieler verändern. Es wird sie stigmatisieren und diskriminieren. Sie werden ihre Lebensgrundlage verlieren, da kein Platz in TrumpLand für sie vorgesehen ist. Die Menschen mit Behinderungen oder Homosexuelle, denen so viel Verachtung in eineinhalb Jahren Wahlkampf entgegen geschleudert wurde.

Genau deswegen ist Trump mehr als nur ein Symbol, mehr als ein Unfall der US-amerikanischen Politik. Er ist eine echte Gefahr, sollte er seine Ankündigung wahrmachen und Klimaverträge und Gesundheitsreformen rückgängig machen oder Moslems und MexikanerInnen ausweisen. Es bleibt zu befürchten, dass er die Welt zwar nicht zerstört, aber ihr einen hässlichen Anstrich verleihen wird. Genauso wie die Damen und Herren Le Pen, Orban, Assad, Erdogan oder Putin.

Was ist nun zu tun?

In Deutschland wird 2017 gewählt. In einigen Städten läuft der rassistische Mob zu hunderten und tausenden durch die Gassen und schürt Ressentiments. Auch in diesem Jahr brennen die Flüchtlingsunterkünfte in unfassbarer Zahl, auch wenn die Presse nur noch wenig darüber berichtet.

Hier sollten wir ansetzen. Wir sollten den Verhältnissen in diesem Land entschlossen entgegentreten, anstatt nur auf die USA zu zeigen. Der Chauvinismus erstarkt auch in der BRD und wird durch Trumps Strahlkraft wachsen. Er ist allein durch Bildung nicht aufzuhalten (auch wenn das eine wichtige Säule ist).

Einmischen, den Mund aufmachen, sich den Rassisten in den Weg stellen, dass Spotlight auf diese Leute werfen, all das sind entscheidende Faktoren, um einen Höcke, eine Petri oder einen Seehofer in der BRD zu verhindern. Eine rein inhaltliche Auseinandersetzung reicht in postfaktischen Zeiten nicht mehr aus. Viele Menschen, sowohl in der USA als auch in der BRD, haben sich dem Gespräch abgewandt. Sie wollen nicht mehr argumentativ erreicht werden. Es bedarf des politischen Handelns, wenn zum Beispiel Neonazis am 09. November einen Fackelaufmarsch veranstalten und einen Sarg mit der Aufschrift »Antifa« mit sich tragen. Hier sind die Betonköpfe denen man sich in den Weg stellen muss. Nicht allein Trump oder Erdogan entscheiden, wie es mit der Demokratie weitergeht. Jeder Einzelne von uns entscheidet sich, ob er mündig und selbstbewusst seine politische Haltung vertritt, sie reflektiert und um sie streitet. Jeden Tag. In Sozialen Netzwerken genauso, wie im persönlichen Gespräch oder in der Blockade eines Aufmarsches von Rassisten. Oder ob er das Feld einem verrückten Höcke oder PEGIDA überlässt.

Ich bin Autor phantastischer Literatur. Ich bin per Definition Experte darin, Menschen den Eskapimus aus dem Alltag zu ermöglichen. Aber selbst ich mische mich ein und möchte Euch auf meiner Bordsteinkante begrüßen und auf der Straße treffen. Trump steht für eine autoritäre, postfaktische Politik, welche zutiefst diskriminierend ist. Lasst uns gemeinsam verhindern, dass ebendiese Haltung salonfähig wird.

Get up, stand up!

Heute ist nicht nur Halloween (der einzig wahre Feiertag), es gibt noch mehr Grund zur Freude.foto

Gestern wurde der jährliche Preis Goldener Stephan von dem SzeneBlog Nerds gegen Stephan verliehen. Dabei handelt es sich um einen Publikumspreis der diesmal von rund 1000 Personen gestaltet wurde, was ich unfassbar viel finde. Gratulation zu dieser Resonanz und Relevanz!

Aber damit nicht genug. Ich freue mich auch in diesem Jahr wieder riesig einen Preis mitgewonnen zu haben. Ich konnte in der Kategorie Beste Anthologie punkten und mit dem Buch Blutroter Stahl gewinnen. Ich danke allen Menschen die für dieses Buch gestimmt haben und gratuliere allen anderen Preisträgern. Allen voran natürlich meinem Freund Ralf Kurtsiefer der für seine beiden Alben Fantasy Ambience und Klangwerk den Goldenen bzw. den Silbernen Stephan erringen konnte. Großartig!

Neben dieser tollen Auszeichnung steht natürlich mein neues Buch Die Heldformel in meinem Fokus, welches in zweieinhalb Wochen erscheinen wird. Hier gibt es bereits die erste Presseankündigung des Würfelhelden dazu.

we can be heroes just for one day

Veröffentlicht: Oktober 27, 2016 in Uncategorized

Ein neues Buch erscheint.foto

Bereits 2014 begannen die Arbeiten an Die Heldformel – Der Stoff, aus dem gute Geschichten sind und nun ist es endlich soweit. Am 17. November erscheint das Buch im Verlag Periplaneta in der Edition Drachenfliege.

Doch worum geht es eigentlich?

Die Heldformel ist kein normales Buch. Herrje, es ist noch nicht mal ausschließlich ein Buch. Aber fangen wir vorne an. Der bekannte Musiker und Freund Ralf Kurtsiefer schrieb mich vor zwei Jahren an und fragte, ob ich nicht mit ihm gemeinsam was zur Reise des Helden machen wollen würde. Dabei handelt es sich um ein Konzept zum Aufbau von Erzählungen, welches einst Hollywood erobert hatte. Ich war von Ralfs Idee angetan, aber schnell war uns beiden klar, dass wir das Projekt auf mehr Füße stellen wollten. Ganz im Sinne der Heldenreisen sammelten wir Autorinnen und Autoren zusammen, die uns eine exemplarische Geschichte schrieben. Mit an Bord sind Anja Helmers, Ann-Kathrin-Karschnick, Christian Lange, Gudrun Schürer, Melanie Kurtsiefer, Stefan Schweikert und Torsten Exter. Sie führen uns durch eine Reise des Helden voller Phantastik, Spannung und toller Ideen.

Dazu habe ich einen Sachteil verfasst, der erklärt, wie die Heldformel funktioniert. Warum begeistern uns Geschichten? Welches Strickmuster hat ein Blockbuster? Warum haben wir uns bei unserer Erzählung für dies oder jenes entschieden? Wie funktioniert die Heldenreise? All diesen Fragen gehe ich in einem pseudowissenschaftlichen Teil auf den Grund.

Abgerundet wird das Buch durch Ralfs wundervolle Arbeit. Er hat es wirklich getan und die Heldenreise vertont! In zwölf Tracks audioalisiert er die Reise des Helden in einem derart grandiosen Soundtrack, dass ich fürchte, er könnte bald nach Hollywood abwandern. Die einzelnen Songs dienten den Autorinnen und Autoren als Inspirationsquelle für ihre Arbeit.

Alles in allem haben wir mit vielen kreativen Köpfen ein Praxishandbuch für (angehende) Autorinnen und Autoren geschaffen, welche sich mit Dramaturgie und dem Aufbau von spannenden Geschichten beschäftigen wollen. Und ganz nebenbei haben wir selbst eine spannende Erzählung verfasst.

Und was fehlt jetzt noch? Natürlich, das Cover! Hier die wundervolle Arbeit von Nicole Altenhoff. Einfach zauberhaft!

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