black flowers blossom

Veröffentlicht: August 24, 2016 in Uncategorized

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So, oder so ähnlich hätte die Überschrift für diesen Beitrag lauten können. Denn in den letzten Tagen stolperte ich mehrmals über meinen Namen.

In der vergangenen Samstagsausgabe der Lüneburger Landeszeitung wird dieser nicht nur erwähnt, sondern auch über den bevorstehenden Release meines ersten Hörbuches Riva Mortis berichtet. In dem genannten Artikel wird ein Einblick in die Arbeit des Chaussee SoundVision Tonstudios gewährt.

Darüber hinaus erschien heute die neue Ausgabe der Geek!. Im Rahmen der Rezensionen wurde der Kurzgeschichtenband Sternenleere besprochen, an dem ich beteiligt war.Die Anthologie erhielt 3 von 5 Sternen, aber meine Erzählung wurde lobend hervorgehoben, wie auch die Arbeiten meiner AKzwanzig13-Kollegen. Nein, von uns war niemand an dieser Rezension beteiligt.😉

Zu guter Letzt interviewte Marcus von Meta-Punk meine AKzwanzig13-Kollegin Judith Vogt und meine Lieblingsillustratorin Mia Steingräber zum Thema Eis & Dampf im Allgemeinen und deren gemeinsames Projekt Die Grüne Fee im Besonderen. Den entsprechenden Audiofile könnt ihr Euch hier anhören. Nun ja, auch dort fällt mein Name. Es hört sich so an als dürfte ich in der Zukunft noch das eine oder andere für Eis & Dampf schreiben. Das Groschenheft Die Grüne Fee wird an anderer Stelle noch einmal einen gesonderten Blogbeitrag von mir erhalten. Die Publikation ist derart gut geraten, dass darf gerne mehr Erwähnung finden.

Sword & Sorcery in Reinform.51LScawUdfL

Mittlerweile ist die Taschenbuchvariante von Blutroter Stahl erschienen. Die Anthologie ist gefüllt mit phantastischen Geschichten rund um schwingende Äxte und brechende Knochen – ganz wie sich das für brachiale Phantastik gehört.

Mit in die Schlacht zogen Anja Bagus, B.C. Boldt, Tom Daut, Torsten Exter, Marc Geiger, Christian Günther, Peter Hohmann, Daniel Isberner, Mike Krzywik-Groß, Thorsten Küper, Gloria H. Manderfeldt, Kay Noa, Christel Scheja, Judith & Christian Vogt und Florian Wehner.

Passende Zeichnungen von Lina Fleing, David Lewis Johnson, Volker Konrad, Joyce Maureira, William McAusland, Elfi Rahn und Christel Scheja runden das Bild ab.

Und es gibt bereits erste Rezensionen zu den Kurzgeschichten. Nerds gegen Stephan vergeben 3,9 von 5 Punkten für die durchmischte Schlachteplatte. Dem Rollenspiel Almanach gefällt nicht nur das Buch, sondern auch im speziellen meine beiden witzigen Hauptfiguren. Hydrogol befindet eine gelungene und absolut lesenswerte Fantasy-Kurzgeschichten Anthologie. Da waren eine Menge mehr Perlen mit dabei, als die blutrünstige Aufmachung vermuten ließ  und schreibt zum Krähenkönig: Ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf, der eine Kurzgeschichte zu einer guten Kurzgeschichte macht. Klasse! Und zu guter Letzt vergibt der deutsche Rollenspielpapst Moritz Mehlem mal lockere 4 von 5 Conan-Enkel von der Seifenkiste herab. Er vergleicht obendrein die Hauptfigur mit dem späteren Elvis – was will man mehr?!

Und zum Schluss gibt es noch die passende Playlist als Soundtrack zur Anthologie. Viel Spaß beim lesen!

 

Escape from Targ.mer1boit

Vielleicht erinnern sich die älteren Semester noch daran? 1986 veröffentliche die Computerfirma Novagen das Spiel Mercenary für diverse System, wie z. B. den Atari ST, Commodore Plus 4 oder Amstrad 464. By the way: Erinnert sich überhaupt noch jemand an diese Computer?

Nun schreibe ich diesen Blogartikel nicht (allein), um in nerdigen Erinnerungen zu schwelgen, sondern um meine Inspiration für eine meiner Kurzgeschichten aufzuzeigen. Die dritte Stadt aus der Anthologie Gamer.

Mercenary gehört zu den ersten 3D-Spielen überhaupt und brillierte durch eine Drahtgitter-Vektorgrafik. Zum Einstieg stürzte man mit seinem Raumschiff auf den Planeten Targ ab. Der sprechende Bordcomputer übergab – eine halbe Sekunde vor dem Aufprall auf die Planetenoberfläche – die Kontrolle des Schiffs an den Spieler, was einem herzlich wenig nützte, aber gut den Humor des Spieles zeigte. Noch ein Beispiel gefällig? Wenn man das Spiel, so wie ich, auf einem Commodore-Rechner spielte, fand man in der virtuellen Stadt Werbetafeln der Konkurrenzfirma Atari. Der Abschuss solcher Aufsteller wurde lobend gewürdigt. Spielte man auf einem Atari ST, war es genau anders herum. Herrlich!

Mittels Bodenfahrzeugen und Gleitern galt es nun den Planeten zu erforschen und einen Ausweg von Targ zu finden. Unterirdische Wohnkomplexe und unberechenbare Teleporter brachten einen guten Schuss Verwirrung in das Spielerlebnis. Dazu kamen Papierfliegergleiche Jäger mit denen man sich actiongeladene (1986!) Gefechte liefern konnte. Das Ganze in einer frei begehbaren Stadt, Jahrzehnte vor dem der Begriff open-world publik wurde.

Ich habe Mercenary, sowie den Nachfolge Second City, geliebt. Sie beflügelten meine Phantasie als Heranwachsender, wenn es galt, sich in fiktiven Welten zu bewegen und einen einsamen Kampf auf Targ zu führen. So war mir recht schnell klar, kurz nachdem ich die Anfrage von Andrè Skora bzgl. der Gamer-Anthologie erhalten hatte, ich musste Mercenary als Grundlage für meine Erzählung nehmen. Trotz zahlreicher prägenden Computerspiele hat dieses Game ein ganz besonderen Platz in meinem Herzen eingenommen.

Ich welcher Form ich das Spiel in meiner Kurzgeschichte umgesetzt habe, kann ich hier nicht im Detail verraten. Doch die stilprägende Vektorgrafik taucht natürlich in meiner Geschichte auf. Und ja, selbst der Titel Die dritte Stadt ist von The Second City inspiriert, wie man unschwer erkennen kann. Doch ist es viel mehr die trost- und hoffnungslose Stimmung, welche mich damals in seinen Bann gezogen hat und in Teilen auch bei der Dritten Stadt Einzug hält.

Wenn ihr die Möglichkeit habt, schaut euch gerne mal Mercenary und seine Nachfolger an. Es lohnt sich! Wenn ihr leider nicht mehr über eine Datasette oder eine FloppyDisk verfügt kann ich Euch immer noch die Anthologie Gamer aus dem Begedia Verlag empfehlen😉.

Ach so: Ich hatte Mercenary und Second City, falls mich meine Erinnerung nicht ganz täuscht, auf einem C16 mit Speichererweiterung gespielt. Und natürlich auf Kassette.

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don’t walk away, in silence

Veröffentlicht: Juli 27, 2016 in Uncategorized

Zeit sich mal wieder zu melden.Foto 2

Während ich mich in den letzten Monaten in Schweigen gehüllt habe, ist ein neues Buch mit einer Erzählung von mir erschienen. Das möchte ich Euch natürlich nicht vorenthalten. Hier ist die Anthologie GAMER.

Dabei handelt es sich um eine Sammlung von 15 Kurzgeschichten rund um das Thema Retro-Gaming, Videospielautomaten und achtziger Jahre Technik. Ein großer Spaß für alle Freunde von Serien wie Stranger Things, Shoot-em-ups sowie grusligen Erzählungen.

Ich durfte meine Kurzgeschichte Die Dritte Stadt beisteuern. Ich möchte noch nicht zu viel verraten, doch was wie ein Thriller noir beginnt, erhält eine klare Wendung als … ach, `nichts verraten` war ja das Stichwort🙂

Eine erste Rezension gibt es auch schon. Moritz Mehlem hat von der Seifenkiste herab geblickt und Gamer gelesen. Nicht nur, dass die Anthologie 4,25 von 5 Punkten bei ihm erhält, meine Erzählung Die Dritte Stadt erhält obendrein das Prädikat „Definitiv ein Highlight“ – toll!

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it´s a trap!

Veröffentlicht: April 30, 2016 in Uncategorized

Heute ist internationaler Tabletop-Tag.Foto 2

Aus diesem Grund spiegle ich Euch das Interview, welches der Tischkrieger mit mir geführt hat. In der Rubrik „Fünf Fragen am Freitag“ geht es nicht nur um die Schriftstellerei, sondern auch um das Miniaturenspiel X-Wing. Viel Spaß damit!

Tischkrieger: Mike steht mir heute Rede & Antwort, er ist nicht nur Buchautor, sondern auch passionierter X-Wing Spieler.
Frage 1: Mike, der ein oder andere hat sicherlich schon mal ein Buch/eine Kurzgeschichte von dir gelesen. In welchem Genre bist du unterwegs und verrätst du uns deine aktuellen Projekte?
Aber gerne, Jan. Ich bin Autor in dem weit gefassten Feld der Phantastik. Das beinhaltet alles von klassischer Fantasy, über Space Opera bis Steampunk. Ich habe drei Romane in der Welt des bekannten Rollenspiels Das Schwarze Auge veröffentlicht und diverse Kurzgeschichten bei unterschiedlichen Verlagen. Darüber hinaus schreibe ich auch für Rollenspielsysteme als solche, z.B. für Eis & Dampf, Splittermond und natürlich auch DSA.
Gerade ist meine Kurzgeschichte Der Krähenkönig in der Sword & Sorcery-Anthologie Blutroter Stahl herausgekommen, nächsten Monat folgt eine weitere Erzählung in der Kurzgeschichtensammlung Gamer, bei der es thematisch um Retrovideospiele dreht. Sehr spannend! Ansonsten fiebere ich gerade meinem ersten Hörbuch entgegen. Riva Mortis, mein Erstlingswerk, wird zurzeit professionell vertont. Eine große Freude!
Leider steht kein Star Wars Roman auf meinem Zettel, da haben es deutsche Autoren recht schwer ranzukommen. Dafür spielen doch einige von uns leidenschaftlich gerne X-Wing, wenn ich das mal anmerken darf.

Frage 2: Du bist auch aktiver X-Wing Spieler, spielst du lieber Missionen mit einer
schönen Geschichte dazu oder magst du den „knallharten“ Turnieralltag lieber?
Das ist ganz witzig, da ich eigentlich immer die Geschichte der Regel vorziehe – außer bei X-Wing🙂 Im Medium Rollenspiel oder bei Videospielen geht für mich nichts ohne eine mitreissende Erzählung die mich narrativ mitreisst. Aber bei X-Wing haben mich die Missionen von Anfang an nicht interessiert. Ich liebe den Dog Fight und genieße es sehr auf Turniere zu fahren. Im letzten Jahr war ich zusammen mit den restlichen Lüneburg Saltwalkern auf einem internationalen X-Wing-Turnier in Kopenhagen. Das sind einfach großartige Erfahrungen, die ich im Missionsspiel nicht wieder finde. Ich mag weite Teile der Community und finde es sehr spannend mich mit einem Laminidas, Rogue Leader, Sarge oder MaltMaster zu messen.
Leider liebe ich cineastische Szenen und ne spannende Dramaturgie meist mehr als das effektive Spielen. Das führt dazu, dass ich zwar viel Spaß bei knallharten Turnierspielen habe, mir jedoch durch mein zu impulsives Spielen häufig eine blutige Nase hole. Deswegen war mein größter Turniererfolg auch lediglich ein elfter Platz, jedoch mit einem völlig überraschenden Sieg über einen gewissen Drachenzorn.

Frage 3: Jeder X-Wing Spieler steht vor einer großen Herausforderung: Listenbau! Wie bereitest du dich auf ein Turnier vor? Wie sieht dein Listenbau aus?
Ich liebe den Listenbau! Ich mag das Tüfteln und Grübeln. Wie bei anderen Miniaturspielen auch, ist das Squadbuilding für mich fast genauso spaßig wie das eigentliche Spiel. Dabei meide ich jedoch die super-mega-Meta-Listen, dass ist mir zu einfach. Man wird mich nicht mit 4 Y-Wings und Zwillingslaser antreffen. Herrje, nachher würde ich noch mehr Spiele gewinnen als verlieren, wo kommen wir denn da hin!?
Aber ich würde auch nicht mit 3 HWKs losziehen, so ist das nicht. Ich bin häufiger mit Soontir Fel geflogen, habe zuletzt die Beastie Boys (3 T-70) ausprobiert und liebe die Scumvariante von Kath in Begleitung einer Krabbe. Gerne in Verbindung mit Spielereien wie zum Beispiel Trägheitsdämpfer oder andere Einwegkarten. Die bieten gutes Potenzial für einen überraschenden Twist im Gefecht.
Ansonsten fehlt mir leider häufig die Zeit mich mit genügend Training angemessen auf Turniere vorzubereiten. Auch das macht sich bemerkbar, wenn ich mal wieder knapp an der Tischkante vorbei schramme oder felsenfest davon überzeugt bin in Reichweite 3 zu sein und in Wirklichkeit weit davon entfernt stehe.

Frage 4: Bücher schreiben und Brettspiele spielen – das könnte man doch kombinieren. Hast du schon mal überlegt ein eigenes System zu erschaffen?
Überlegt habe ich das in grauer Vorzeit bestimmt schon mal, aber das ist nichts für mich. Da fehlt mir die Zeit und auch das Können. Wenn ich sehe wieviele schlaue Köpfe sich wirklich tolle Mechanismen überlegen um spannende Spiele auf den Tisch zu bringen, kann ich nur respektvoll meinen Hut lüften. Ob X-Wing, Infinity oder ein Rollenspielregelwerk – da steckt mehr Hirnschmalz drinnen, als ein Einzelner stemmen kann. Nene, da bleibe ich lieber bei den Erzählungen.

Frage 5: Wie sieht eigentlich der Arbeitsalltag eines Fantasy Autors aus? Woher ziehst du deine Inspiration? Wie lange arbeitest du an einem Buch?
Einen festen Alltag gibt es nicht. Wie fast alle meiner Kolleginnen und Kollegen übe ich den Beruf des Schriftstellers nur nebenberuflich aus. Nicht einmal 5% der Autoren in der BRD können allein vom Schreiben leben. Somit dominiert natürlich erstmal mein normaler Brötchenjob den Alltag. Da ich nach Hamburg pendle, bieten sich die Zugfahrten für eine erste Schreibphase an. Der Rest landet dann in den Abendstunden und natürlich an den Wochenenden.
Es ist aber leider nicht so, dass ich Abends mit Whiskeyglas oder Rotweinschwenker am Computer sitze und warte, dass mich die Muse küsst. Schreiben ist zu einem Großteil Handwerk, Fleiß und eben auch einfach Arbeit. Dementsprechend bin ich am effektivsten, wenn ich mich gleich Morgens an die Tastatur setze und konzentriert beginne. Inspiration und Kreativität kommen in der Auseinandersetzung mit dem Text meist automatisch. Nichtsdestotrotz leben Geschichten von ihren Figuren, weshalb ein vernünftiges Sozialleben eine prima Inspirationsquelle ist. Aber einem Autor fehlt es generell nie an Ideen. die Schwierigkeit ist eher sich zu strukturieren und auszuwählen, worüber man als nächstes schreibt.
Danke, Mike! Gern geschehen😉

 

and all the other voices sing

Veröffentlicht: April 20, 2016 in Uncategorized

Mein erstes Hörbuch erscheint!Foto 2

Ich freue mich sehr darüber, dass mein Debütroman Riva Mortis vertont wurde. In Kooperation mit dem Label Chaussee SoundVision bringt Ulisses Spiele demnächst das komplette Hörbuch heraus.

Doch damit nicht genug: Ihr könnt Teil einer weiteren Produktion werden. Unter dem Motto Eure Stimme für Aventurien könnt ihr Euch bis zum 13.05.2016 bewerben und Teil der Vertonung der Kurzgeschichtensammlung Schattenlichter werden. Viel Erfolg!

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sticks and stones will break my bones

Veröffentlicht: April 13, 2016 in Uncategorized

Das Blogstöckchen hat mich erreicht.Foto 2
Mein Kollege Michael Masberg hat mir ein paar feine Fragen zugesandt, die ich natürlich gerne beantworte.

1 Preise die Schönheit: Was sagst du den Fremdijis, die Maraskan am liebsten im Meer versenken wollen?

Sie sind Unwissende. Woher sonst könnte er Wunsch nach so einem hässlichen Vorhaben stammen, wenn nicht aus der Unwissenheit geboren?! Wahrscheinlich hegen sie noch den Verdacht, es handle sich um eine asiatische, japanophile Insel oder ähnlichem Kram – da könnte man die Vernichtung schließlich nachvollziehen – aber darüber hinaus? Nein Bruderschwester Masberg, das ist ja absurd.

2 Welchen Song hast du als letztes gehört?

Turbostaat mit »Abalonia« vom gleichnamigen Album. Hört mehr Alben!

3 Schwert oder Zauberstab: Was spielst du lieber? Was schreibt du lieber?

Beides und beides? Naja, vielleicht spiele ich doch Krieger ein kleinwenig häufiger, da mir das Kämpfen so viel Spaß macht. Außerdem habe ich in letzter Zeit eine Vorliebe für eher tumbe Schlagetots entwickelt, die nicht ganz so helle sind. Die können wahnsinnig unterhaltend für den Rest der Gruppe sein, wenn man sich selbst nicht so ernst nimmt.
Beim Schreiben ist der Fall etwas anders gelagert. Da finde ich den erzählerischen Ansatz bei jemanden der über besondere Fähigkeiten verfügt reizvoller. Ich spreche jetzt nicht von Superhelden, die mag ich nicht so sehr, sondern von dem kleinen Schritt, welcher den Protagonisten von seinem Umfeld trennt. Nehmen wir Gorodez, eine Figur die ohne ihre lässige Zauberei nur halb so viel rauchen könnte oder einen Madajin, der niemals seinen Platz in der Gesellschaft finden wird. Vergleichbar mit einem Potter, dessen Zauberwerk erst zur Selbstfindung führt. Okay, vielleicht schreibe ich wirklich lieber über den Zauberstab.

4 Du hast einen Groschenroman geschrieben. Wie lautet der Klappentext?

»Der Lauf des Revolvers war sein Lehrer und die finsteren Straßen Detroits seine Schule. Während Patrick O´Malley den Hahn seines 38ers spannte, prasselte der Regen bindfadengleich vom stahlgrauen Himmel hinab und prägte diese eiskalte, einsame Nacht, die alles in seinem Leben verändern wird. Es war der Anfang, das Ende und der Untergang jeglicher Hoffnung.
Wird der Privatdetektiv jemals wieder seine Zigarette in den übervollen Aschenbrecher drücken können? Ist die halbleere Flasche Bourbon auf seinem Schreibtisch vielleicht doch halbvoll? Finden Sie es heraus mit einer neuen Ausgabe Patrick O`Malley, P.I.«

5 Feuerwerk oder leiser Abschied: Wenn deine letzte Publikation für Das Schwarze Auge anstünde und du völlig freie Hand hättest – wie sähe sie aus?

Oh, dass ist ganz leicht. Natürlich mit einem bunten Feuerwerk voller Glitzer und Fanfaren! Ich würde über die Entscheidung der aktuellen Weltenzeitwende, dem Karmakorthäon, schreiben. Und in der grenzenlosen Weisheit des Schicksals, dem Karma oder der allwissenden Schildkröte kann die Wahl des neuen, auserwählten Volkes nur auf eine Spezies fallen: Die Goblins! Sie sind die dominierende und prägende Gattung der nächsten tausend Jahre. Dann würde ich der Redaktion und allen freien Autoren ein letztes Mal zuwinken und nur noch für die Fieberwelt schreiben. Viel Spaß in Goblintopia!

6 Darf Rollenspiel politisch sein?

Darf das Rollenspiel sich von Politik distanzieren? Oder um einen alten Kampfausdruck zu bemühen: Ist das Private nicht auch politisch?
Naja, mit Deiner Frage, lieber Michael, hast Du natürlich geahnt, dass ich weiter ausholen muss und werde.
Rollenspiel hat eine stark eskapistische Komponente. Viele spielen es um in eine andere Haut zu schlüpfen, dem Alltag zu entfliehen und sich anderen Problemen zu stellen, welche sich deutlich von unserer Welt unterscheiden. Das ist gut und berechtigt. Der Gedanke an die Steuererklärung ist meist weniger amüsant als an die Abenteuer in Aventurien / Mittelerde / Lorakis.
Trotzdem handelt es sich bei Rollenspielbüchern immer auch um von Autoren geschaffene Kunstwerke. Und auch Kunst darf und sollte politisch sein (fragt mal Herrn Böhmermann).
Nehmen wir einmal die »Weißen Westen« aus der Welt von Eis & Dampf. Dabei handelt es sich um die »Gesellschaft zur Beantwortung moralischer Fragen« – militanten Konservative. Ich habe sie nicht nur geschrieben, um einen Antagonisten zu erschaffen, sondern als Karikatur aktueller Entwicklungen in Europa. Sie vereinigen meine Sorge vor all den AfDs, PEGIDAs, Frei.Wilds, Orbans und Seehoffers dieser Welt. Sie sind eine kollektive Inkarnation gesellschaftspolitischer Prozesse aus dem Hier und Jetzt. Somit kann Rollenspiel durchaus Parallelen zu ganz aktuellen Entwicklung in Gesellschaft und Politik ziehen oder ebendiese leicht verzerrt spiegeln. Es ist ein wenig wie mit Satire, die helfen kann den ganzen realpolitischen Blödsinn zu ertragen und einen Umgang damit zu finden. Dem gleichen Vehikel darf sich das Rollenspiel bedienen.
Wenn wir uns die großen Rollenspielsettings in der BRD anschauen, wären diese frei von Politik kaum denkbar. Shadowrun war immer geprägt von Neoanarchisten und der Macht der Konzerne, welche die Regierungen noch überflügeln. Rassismus war und ist wesentlicher Bestandteil der Storyline und machte einen nicht unerheblichen Reiz aus.
Man stelle sich mal Al Anfa ohne politische Intrigen oder das Mittelreich ohne all seine diplomatischen Verquickungen vor. Und die Herren Kiesow, Alpers und Fuchs hatten sich 1984 sicherlich auch nicht gedacht, jetzt führen wir mal die Gleichberechtigung in Aventurien ein, damit wir den gigantischen Markt von weiblichen Rollenspielen bedienen können. Es war ihr utopischer Gesellschaftsentwurf, der sie dazu brachte.
Oder nehmen wir Maraskan. Würden wir all die Unterdrückung, erst durch das Mittelreich, dann durch die Dämonenkrone einfach streichen, was würden wir diesem Setting an Reiz nehmen? All der revolutionäre Wind in den Gassen von Sinoda und Tuzak wäre hinfällig. Oder nehmen wir das Adoptionsrecht der Maraskaner. Hier dürfen zwei Männer durchaus Kinder adoptieren. Das ist politisch, das hat sozialkritische Kraft.

7 Chrononautus Zeitenfahrt: Greife einmal in die jüngere aventurische Geschichte ein. Was würdest du ändern? Und was wären die Folgen?

Ich hätte die Invasion der Verdammten im Westen gestartet. Das hat zweierlei Gründe. Einerseits ist der Ansatz »Das Böse erhebt sich im Osten« irgendwo zwischen der McCarthy-Ära und Tolkien steckengeblieben. Ich weiss nicht wie viele Klone ich von diesem Umstand bereits gelesen habe. Ein Relikt aus dem Kalten Krieg.
Auf der anderen Seite wurden dadurch meine geliebten Maraskaner korrumpiert. Musste das sein? Hatten sie nicht schon genug gelitten? War es nötig eine zweite Besatzungsmacht über die erste zu stülpen? Ich denke nicht und möchte hiermit die »Interessengemeinschaft Maraskan« ausrufen, die sich um die Interessen und Bedürfnisse eines völlig missverstandenen und diskriminierten Volk richtet – jawohl!
Okay, dadurch hätten wir niemals Asboran gehabt. Auch die Heiligen Rollen hätten neue Interpretationen gebraucht. Aber darüber hinaus wäre es sicherlich kein großer Verlust gewesen.

Und ich möchte das Waldemar der Bär wieder lebt!

8 In welchem Genre, in dem du dich noch nicht ausgetobt hast, reizt es dich, deine Geschichten zu erzählen?

Cyberpunk. Ich werde ja nicht müde jedem der es (nicht) hören möchte zu erzählen, dass das Genre zurückkommen wird. Und wenn auch nur für einen kurzen Zeitraum, so dass ich einen entsprechenden Roman veröffentlichen kann, wäre ich schon zufrieden. Cyberpunk ist die Zukunft, Folks!

9 Wer ist Liranon?

Eine gute Frage😉
Ein ehemaliger Kommilitone vermutete einst voller Furcht, es könnte LInksRAdikaleNordOstNiedersachen heißen.
Wie? Was heißt hier ich hätte die Frage nicht beantwortet?!

10 Welche Fernsehserie der letzten fünf Jahre hat dir den meisten Spaß bereitet, obwohl sie eigentlich gar nicht gut ist?

Zahlreiche! Ich habe – ganz dem Hype entsprechend – wahnsinnig viel Freude an Serien. Das liegt wohl vor allem daran, dass der schiere zeitliche Raum von 10 bis 15 Folgen pro Staffel am ehesten mit der Dramaturgie eines Romans zu vergleichen ist, ganz im Gegensatz zu einem 90 Minuten Spielfilm.
Helix – Das ist wirklich eine schlechte Serie. So richtig. Aber ich habe die erste Staffel mit großer Freude geschaut, da sie so absurd viele Twists, Plotpoints und Cliffhanger hatte, dass ich sie einfach weiter gucken musste. Sie handelt von dem Ausbruch eines Zombievirus in einer Forschungsstation. Die Grundidee ist langweilig, die Ausführung mangelhaft und der Cast grauenvoll. Und trotzdem musste ich immer gleich die nächste Folge gucken.
The Walking Dead – Noch mal Zombies! Und das, wo ich doch so zart besaitet bin und normalerweise keine Horrorsachen gucke. Hier ist es ähnlich wie bei Helix. Die Grundidee ist langweilig, die Darstellung auch nicht gerade der Bringer und die Schauspieler – naja. Aber mich hat der was-wäre-wenn-Charakter der Serie gepackt. Wie gehen Menschen mit der Ausnahmesituation um? Was bilden sie für Allianzen und wem vertrauen sie nicht? Die brüchige Verbindung zwischen Solidarität und Faustrecht fasziniert mich. Und natürlich Carol. Jede Serie sollte eine Carol haben.
Defiance – Dann mal ein anderes Thema – SciFi! Defiance zeigt die gleichnamige multikulturelle Siedlung nach einem großen Krieg gegen Ausserirdische. Auch hier gilt: Die Serie ist nicht besonders hochwertig und sicherlich nicht mit dem HBO-Standard wie Deadwood oder Game of Thrones zu vergleichen. Aber sie hat coole Figuren (die Ärztin!), spannende moralische Frage und menschliche Abgründe. Absolut sehenswert!

11 Braucht die Welt mehr Glitzer?

Ja. Man mag das anhand meiner Kleidungsfarbe vielleicht nicht glauben, aber ja. Ich möchte Konfetti und Glitzer sehen, bunte Haare und geschminkte Gesichter. Von Varieté zu Kabarett, lieber ein Augenzwinkern als der starre Blick. Oder mit den Worten von Emma Goldmann: »Wenn ich hier nicht tanzen kann ist das nicht meine Revolution.«
Mir sind die schillernden Menschen lieber. Leute die zuerst Fliegen können, bevor sie laufen lernten.
Sybille Berg schrieb gerade in ihrer Kolumne: »Auffallen ist out. Anders sein eine Schwäche. Sich stark fühlen in der Uninformiertheit. Wer auffällt wird gefressen, wir wollen nicht auffallen.« Im Zuge von Selbstoptimierung, Normierung und Selfie-Tutorials kann ein wenig Glitzer sicherlich nicht schaden. Etwas Schillerndes im alltäglichen zu finden, bereitet mir große Freude. Und wer weiß, vielleicht gibt es ja auch schwarzes Glitzer…

Dann liegt es nun natürlich an mir das Stöckchen weiter zu werfen. Nandurion? Seit ihr bereit zum Fangen?

  1. Wenn ihr Euren gut bezahlten Nandurionjob an den Nagel hängen müsstet, was würdet Ihr mit der ganzen freien Zeit anfangen?
  2. Aventurien geht den Bach runter, DSA wird eingestellt und ihr arbeitslos. Welchem Franchise würdet ihr Euch mit Nandurion zuwenden?
  3. Die Nandurion Convention steht in den Startlöchern. Wen ladet ihr alles als Stargäste (lebend und (un-)tot, aventurisch und irdisch) ein.
  4. Hollywood gibt Euch ein Blockbuster-Budget, um endlich den langerwarteten DSA-Film zu produzieren. Welches Ereignis verfilmt ihr? Wer übernimmt die Hauptrollen
  5. Raumschiffe in Aventurien – ein lang unterschätztes Thema. Was haltet ihr von SciFi-Einflüssen in einer Fantasywelt?
  6. Die Presse- und Meinungsfreiheit ist in diesen Tagen heiß diskutiert. Wie sieht Eure Haltung dazu aus? Was, wenn Euch Verlage Belegexemplare gegen positive Rezensionen anbieten würden? Wo sind die Grenzen zwischen kritischem Journalismus und Fanservice?
  7. Ihr dürft euch ein Merchandisingprodukt für Euer Lieblingsrollenspiel ausdenken. Was würdet ihr in Produktion geben?
  8. Immer wieder gibt es in der Rollenspielszene auch politische Diskussionen, zum Beispiel über Sexismus innerhalb der Szene. Was könnte man unternehmen um dem Thema adäquat zu begegnen?
  9. Wie stellt ihr Euch die 6. Edition DSA-Regeln vor? Was wäre wichtig und wann soll sie erscheinen?
  10. Was denkt ihr zu den neuen fremdsprachigen Editionen von Das Schwarze Auge? Wie seht ihr die Entwicklung in Frankreich und den USA?
  11. Und nun möchte ich mich schamlos bei dem Fragen von Michael Masberg bedienen: Braucht die Welt mehr Glitzer?