Danke NordCon.IMG_4887

Danke, dass ihr jedes Jahr aufs Neue da seid und ein unfassbar hochwertiges und professionelles Programm auf die Beine stellt. Danke an alle Interessierten, welche die Convention zu dem vielfältigen Ort machen, der er ist. Und natürlich danke, dass ich auch in diesem Jahr mit von der Partie sein durfte.

Am Samstag hatte ich eine Premiere. Zum ersten Mal las ich vorab aus dem Manuskript meines im August erscheinenden Buches Alter Ego. Da mein Roman in der Shared World von Shadowrun spielt, hängte ich mich direkt an David Grade, der mit Iwans Weg einen phantastischen Shaodwrunroman geschaffen hatte, und durfte in seiner Lesung als Vorband fungieren. Zu meiner eigentlichen Lesung am Abend revanchierte sich David und gab einen kurzen Einblick in sein Schaffen. Beide Lesungen waren super besucht und ich freue mich, dass das Interesse an Shadowrun ungebrochen zu sein scheint.

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(Wer einen da alles geliked hat?!)

Am Sonntag wurde ich zu einer Podiumsdiskussion geladen und nahm an der Seite von Sonja Rüther, Tom Finn und der nach fünfeinhalbstündiger Autofahrt spontan von mir shanghaiten Judith Vogt Platz. Marco Ansing geleitete uns durch das Thema „Aus der Phantastik lernen“, was zu einigen spannenden Debatten rund um Lerntheorien, Rollenspielerfahrungen sowie dem Star Wars Wertekomplex führte. Es hat mir großen Spaß gemacht und hoffe, dass es bei den interessierten Zuhörer*innen zu einigen Erkenntnisgewinnen kam.

Zu guter Letzt bleibt mir noch zu gratulieren. Die eben bereits erwähnte Judith Vogt hat gemeinsam mit ihrem Mann Christian Vogt den Deutschen Rollenspiel Preis für ihr selbsterstelltes(!) Buch Scherbenland gewonnen. Was für eine tolle Leistung!

Ich freue mich schon auf die nächste NordCon und die damit einhergehenden tollen Begegnungen und beginne nun die Tage zu zählen.

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vom roten riesen bis zum weißen zwerg

Veröffentlicht: Juni 6, 2018 in Uncategorized

Die NordCon naht!IMG_4762

Am kommenden Wochenende zieht es wieder zahlreiche Phantasten und Rollenspieler*innen nach Hamburg. Das Programm ist bunt und begeisternd, wie man es von dieser Convention kennt. Mich wird man dort am Samstag und Sonntag antreffen können, sowohl in den Veranstaltungen der Kolleg*innen, als auch in meinen eigenen.

Am Samstag werde ich um 20:00h im Zwergenzwinger einen ersten Eindruck meines neuen Romans Alter Ego geben. Wer sich für Shadowrun interessiert, kann bereits um 13:00h David Grade besuchen, der seinen Roman Iwans Weg vorstellt (ebenfalls im Zwergenzwinger). Besonders freue ich mich, dass Pegasus mir eine große Rolle Poster (siehe Foto) spendiert hat. Also haltet Ausschau nach den Shadowrunpostern.

Am Sonntag wurde ich eingeladen um um 16:30h auf dem Podium zu diskutieren. Gemeinsam mit Sonja Rüther, Alexa Waschkau und Tom Finn, werden wir von Marco Ansing moderiert, über das Thema „Aus Phantastik lernen“ sprechen. Mal schauen, auf was für interessante Punkte wir dabei kommen. Stattfinden wird das Ganze im Trollturm.

 

rewritten by machine on new technology

Veröffentlicht: Mai 20, 2018 in Uncategorized

Im Rücken des Feindes auf YouTube.Im-Ruecken-des-Feindesl-Coverpreview

In der kommenden Woche erscheint mein Splittermondabenteuer im Uhrwerk-Verlag. Wer es jedoch nicht mehr abwarten kann bis dahin, hat bereits jetzt die Möglichkeit den Beginn von Im Rücken des Feindes als Video zu sehen.

Orkenspalter TV hat sich dem Abenteuer angenommen und spielt es in einem mehrteiligen Let´s Play mit Mitgliedern der Splittermondredaktion. Darüber freue ich mich sehr!

Aber vorweg eine eindringliche Warnung: Wer den fünften Mondsplitter noch selbst als Abenteuer erleben möchte, sollte lieber nach dem ersten Teil nicht weitersehen. Dort wird lediglich das Setting beschrieben und man bekommt einen ersten Vorgeschmack auf das Abenteuer. Später jedoch wird, wie in einem Let´s Play üblich, weite Teile der Handlung offengelegt, was sicherlich hilfreich für Spielleiter ist, für Spieler jedoch nicht geeignet.

Aber jetzt gilt erstmal: Viel Spaß mit Im Rücken des Feindes!

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Veröffentlicht: Mai 15, 2018 in Uncategorized

Neue Bücher und neue Termine!img_3763

Im Mai ist regelmäßig die Role Play Convention in Köln und wie es sich für eine ordentliche Messe gehört, gibt es im Fahrwasser der RPC ein paar Neuigkeiten.

Eigentlich sollte mein neues Buch Im Rücken des Feindes, ein Abenteuer für das Rollenspiel Splittermond, Messeneuheit werden. Doch dank des Zusammenspiels aus Druckerei und Spedition wurde die Ware erst Anfang dieser Woche angeliefert. So sollte das Abenteuer doch zeitnah in den Handel gelangen. Am Ende dieses Videos gibt es bereits eine kurze Ankündigung. Darüber hinaus freue ich mich, dass Im Rücken des Feindes Gegenstand eines Let´s Plays geworden ist und demnächst ein Video von Orkenspalter TV dazu erscheinen wird.

Ebenfalls zur RPC wurde der Chefredakteur der deutschen Shadowrunredaktion interviewt. Auch wenn Tobias Hamelmann wohl etwas Schwierigkeiten mit meinem Nachnamen hatte (warum nur?!), kündigt er meinen kommenden Roman Alter Ego für September an (Edit: Was ein Versehen war, der Roman erscheint im August). Auch spricht er über den aktuellen Roman Iwans Weg von David Grade, den ich gerade zu Ende gelesen habe und wärmstens empfehlen kann. Toller Auftakt für die neue, deutsche Shadowrunreihe!

Neben diesen zwei Veröffentlichungsterminen gibt es auch wieder neue Termine, bei denen man mich live und in Farbe (naja, so ein bisschen vielleicht) erleben kann. Der Auftakt findet bereits Morgen um 19:00h im Würfel & Zucker in Hamburg statt, wo ich, zusammen mit Jörg Köster, Ann-Kathrin Karschnick und Vincent Voss, lesen werde.

Weiter geht es im Juni erneut in Hamburg, wenn ich auf der NordCon eine Vorschau aus Alter Ego lesen werde und einen Vorabeinblick in die Welt Berlins des Jahres 2076 geben werde. Wer sich also am Convention-Samstag, dem 09. Juni, von einem tollen Tag auf der NordCon entspannen möchte, kann gerne um 20:00h in meine Lesung kommen.

Im Juli liegt bei mir aktuell noch nichts an, ehe ich im August erneut zwei Workshops an der Volkshochschule Lüneburg rund ums Schreiben geben werde. Am 18. August geht es los mit Die Heldenreise – Warum uns Geschichten fesseln, ehe es eine Woche darauf um das Veröffentlichen von Erzählungen im Workshop Vom Manuskript zum Verlag gehen wird.

Zu guter Letzt gibt es von mir noch einen herzlichen Glückwunsch an meine Kollegin Judith Vogt die mir ihrem Splittermondroman Phönix & Affe den RPC Jury-Award einfahren konnte. Tolle Leistung!

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run to the hills, run for your lives

Veröffentlicht: Mai 8, 2018 in Uncategorized

Sprechen wir doch heute mal über Bücher 🙂IMG_4116

Langsam rückt die Veröffentlichung meines nächsten Romans näher. Alter Ego soll im August diesen Jahres bei Pegasus erscheinen und bringt für mich einige Neuerungen mit sich. So wird es mein erster Roman sein der nicht in einer klassischen Fantasywelt spielt, sondern in der distopischen Version eines Berlins des Jahres 2076, dass sich in einer vom Cyberpunk geprägten Zukunftsvision wiederfindet. Das Buch gehört zur Shared World des Shadowrun Universums und wer mehr über die phantastische Buchreihe in Deutschland erfahren möchte, dem sei dieser brandneue Tor Online-Artikel empfohlen.

Aber natürlich kehre ich auch immer wieder, ob am Spieltisch, als Autor oder – wie in folgendem Fall – mit meiner Expertise in die Welt des Schwarzen Auges zurück.

Wie ich an dieser Stelle noch gar nicht ausgeführt habe, hatte ich das Vergnügen vor einem halben Jahr ein spezifischen Fachlektorat für einen Roman der besonderen Art durchzuführen. Niemand Geringeres als die Spiegel-Bestsellerlisten Autoren Robert Corvus und Bernhard Hennen baten mich ihr Manuskript Schlangengrab aus der erfolgreichen Phileasson-Reihe auf maraskanische Plausibilität (ja, genau!) hin durchzuarbeiten, um das Spezifische des eigentümlichen Settings zu gewährleisten. Natürlich sagt man bei so einer Anfrage nicht Nein, ganz im Gegenteil. Die kurze Zusammenarbeit war nicht nur überaus wertschätzend und freundlich, sondern bestand meinerseits aus wenig Kritik, dafür aus sehr viel Lob. Die beiden Autoren verstanden es hervorragend die Einzigartigkeit (jaja!) der Insel im Südosten Aventuriens und der Kultur der dort lebenden Menschen einzufangen und wiederzugeben. Ich kann jedem Freund Maraskans, aber auch jedem der die Bruderschwester-Kultur kennenlernen möchte, Schlangengrab wärmstens ans Herz legen. Ich hatte sehr viel Spaß bei meiner Arbeit mit dem großartigen Text und danke noch einmal für das mir entgegengebrachte Vertrauen.

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Vorbemerkung:img_3763

Dieser Artikel steht im Kontext einer beim Branchentreffen des Phantastik Autoren Netzwerk beginnenden Diskussion, welche aktuell über verschiedene Kanäle nachhallt. Ob auf Twitter unter dem Hashtag #pan18, bei Tor Online, in dem Blog Fried-Phönix oder auf Lena Falkenhagen Website und nun auch erneut hier. Grundlage ist u.a. Lars Schmeinks Impulsvortrag Von Diversität, Intersektionalität und Repräsentation: Politische Dimensionen der Fantastik sowie mein schriftlicher Beitrag Diversität in der Phantastik für die Handreichung des Branchentreffens, welcher der nächsten Ausgabe der Mephisto beiliegen wird.

Phantasten sind rassistisch

Auch. Wie könnte es auch anders sein, schließlich stehen wir alle im Austausch mit der Gesellschaft, in der wir leben. In der BRD geht man von einem offen rassistischen Wählerpotential von rund 20 Prozent aus. Es wäre töricht zu glauben, dass unter all diesen Menschen kein/e phantastischen Autor*innen wären.

Vielleicht sind wir nicht so – im allerbesten Fall – unsensibel, wie die Redaktion des MDR, die vor einer Woche zu der Fragestellung „Darf man heute noch N… sagen“ vier weiße Menschen, darunter Frauke Petry, eingeladen hatte. Schnell kann (und sollte!) man die Stimme erheben, voller Abscheu den Finger in die Wunde legen und das Konzept dieser MDR Sendung als das benennen, was es ist: rassistisch.

Natürlich können (und sollten!) wir mit dem oben genannten Finger auf Rassisten zeigen und diese entlarven, ihnen widersprechen und ihnen den Raum nehmen, sei es im Internet, auf Buchmessen oder auf der Straße. Egal, ob es sich dabei um eine sächsische Rundfunkanstalt, die AfD oder wem auch immer handelt.

Mir geht es jedoch heute nicht um den offenen Rassismus von Katzenkrimischreibenden Idioten und ihren Freunden die Björn oder Bernd heißen, sondern um den versteckten, den unbewussten Rassismus.

Rassistisch sind immer die anderen

Das Phänomen nennt sich othering und macht es uns so schwer unsere eignen Rassismen zu benennen und Rassismus überhaupt wahrzunehmen.

„Ich gehöre doch zu den Guten! Ich mag Jedis und Elfen und finde es völlig okay, wenn Männer miteinander knutschen.“ Das ist auch gut so. Und doch reproduzierst auch Du Rassismus. Diskriminierung ist nicht immer an eine Intension geknüpft. Man ist nicht automatisch ein bildungsferner Vollpfosten um einen Haltungsschaden zu haben. Rassismus agiert gerne auch mal unter dem Radar von privilegierten Menschen, ihn jedoch nur den Anderen™ anhängen zu wollen, ist zu kurz gegriffen und erfüllt lediglich die Funktion der eigenen Absolution.

Aber was heißt denn hier Rassismus?

Rassismus ist nicht nur ein Gefühl, etwas Unbestimmtes oder individuell wahrgenommenes. Rassismus ist auch klar erkenn- und messbar. Selbstredend kann man kritisch auf phantastische Erzählungen blicken und prüfen, inwieweit biologistische oder kulturelle Stereotypen reproduziert werden. Nämlich dann, wenn ich mir anschaue, wie viele meiner Figuren eine klar definierte Hautfarbe haben, die nicht weiß ist.

Erweitern wir für einen kurzen Moment den Blickwinkel und schauen uns an, wie viele proaktive Figuren in meinen Geschichten Frauen sind? Statistisch dürften es rund die Hälfte sein, oder? Filme wie Black Panther oder die Serie Star Trek Discovery haben meine Sehgewohnheit anfangs irritiert. Woher stammen nur all die Frauen auf dem Raumschiff? Wieso sind die Techniker in Wakanda weiblich? Ja, eben. Ich habe jahrelang andere (sexistische / rassistische) Repräsentanzen konsumiert und bin nicht daran gewöhnt

Anhand von Statistiken kann man recht eindeutig erkennen, welche tatsächliche Verbreitung Schwarze Deutsche, Homosexuelle, Menschen mit Behinderung, Menschen auf der Flucht, heterosexuelle Männer etc. innehaben. Wenn nun aber alle handelnden Personen in meiner Erzählung weiß oder undefiniert sind, haben wir ein Problem. Es stellt sich die Frage, warum habe ich mich als Autor*in dagegen entschieden Diversität in meinen Geschichten aufzuzeigen? Sie existiert doch in der Welt da draußen, warum darf sie dann keinen Platz in meinen Geschichten finde? Wie kann es sein, dass die Straßen von Köln vielfältiger wirken, als meine Fantasywelt?

Weil ich offen rassistisch bin? Das kommt wohl eher selten vor. Denkbarer wäre aber, dass ich mir aufgrund meiner eigenen Hautfarbe (oder auch meines Geschlechts & sexuellen Orientierung) niemals Gedanken um Repräsentanz machen musste. Die Figuren in den von mir gelesenen Büchern sind weiß, die Menschen im Werbefernsehen sind weiß, die Helden der von mir geschauten Kinofilme sind weiß. Mir fehlt schlichtweg die Empathie zu erkennen, dass anderen Menschen nicht so privilegiert sind wie ich.

Also bin ich etwa rassistisch?

Ja. Das passiert. Häufig ist das Agieren vielleicht sogar frei von einer rassistischen Intension und doch bleibt es für Betroffene nichts anderes als Rassismus. Die Verletzung schmerzt nicht geringer, nur weil es „nicht so gemeint war“.

Wenn man sich in einer Unterhaltung ins Abseits schießen möchte, erhebt man einen Rassismusvorwurf. Die Rektion ist fast immer die gleiche: Empörung und Beendigung der Diskussion. Als ich meinen Artikel für das PAN-Branchentreffen verfasst hatte wurde ich mit massiven Gegenwind bedacht. Der Vorwurf der Nestbeschmutzung, der berühmte Rassismusvorwurf, stand im Raum und es hätte nicht viel gefehlt und der Artikel wäre niemals erschienen. Das ist normal. Die Auseinandersetzung mit den eigenen Rassismen tut im gleichen Maße weh, wie sie notwendig und ungewohnt ist. Sie nagt am Selbstbild und ruft eine kraftvolle Verteidigungshaltung hervor. Ich, rassistisch? Meine Peergroup soll aus Arschlöchern bestehen? Undenkbar!

Und doch handeln wir alle immer wieder rassistisch oder anderweitig diskriminierend. Die Pointe der Geschichte ist: Auch in meinen Geschichten sieht es nicht viel besser aus. Natürlich habe auch ich tradierte Rollenbilder und Rassismen in meinem Kopf und ich würde einem Großteil der mir bekannten und befreundeten Phantastikautor*innen das selbe unterstellen. Aber ich möchte im gleichen Atemzug sagen: Euer Rassismus ist nicht schlimm, wenn ihr ihn erkennt. Er ist schlimm, wenn ihr ihn dort belasst, ihn hegt und pflegt oder wenn ihr ihn ignoriert.

Phantastische Literatur ist Unterhaltung

Wie Udo Lindenberg kürzlich anmerkte, steckt in dem Wort Unterhaltung der Begriff Haltung. Uns allen würde es gut zu Gesicht stehen ebendiese Haltung zu entwickeln und zu reflektieren. Es reicht nicht aus, aus dem heterosexuellen Protagonisten einen Schwarzen Krieger mit polyamoröser Homosexualität zu machen. Es geht um die Empathie sich in die Lebensrealitäten von anderen Menschen hineinzuversetzen, welcher weniger Privilegien als man selbst hat. Rassismus ist kein Buch, was man beliebig in die Hand nehmen und wieder weglegen kann, wenn man betroffen ist. Rassismus bedeutet für viele Menschen (Angst vor) Verletzungen und Sorge um das eigene Leben, sowie eine permanente, omnipräsente Benachteiligung.

Traut Euch mit kritischen Blick auf Euer Handeln zu schauen, reflektiert Eure Erzählung und – so seltsam der Aufruf an Autor*innen sein mag – liest ein Buch zu dem Thema! Ich empfehle zum Einstieg „exit RACISM“ von Tupoka Ogette oder Noah Sows „Deutschland Schwarz Weiß“. Rassismuskritisch Denken und Handeln ist möglich, auch wenn es nicht immer Spaß macht sein Happyland zu verlassen.

it gets better?

Veröffentlicht: April 22, 2018 in Uncategorized

Liegt Utopia am Rhein?img_3763

Ich war an diesem Wochenende das erste Mal beim Branchentreffen des Phantastik-Autoren-Netzwerk (kurz PAN) bei dem ich seit geraumer Zeit Mitglied bin. Gereizt hat mich in diesem Jahr nicht allein das Wiedersehen mit geliebten Kolleginnen und Kollegen, sondern zuvorderst das abgesteckte Metathema des Wochenendes.

Träumen Androiden von Freiheit? impliziert geradezu die Wichtigkeit der Verknüpfung von Phantastik und Politik. Da es sich dabei um mein großes Steckenpferd handelt musste ich nicht lange überlegen um die Reise nach Köln anzutreten. Ich möchte mich von ganzem Herzen bei den Verantwortlichen für diese kluge und wichtige Themenwahl bedanken.

Wie die unterschiedlichen Panel in beklemmender Deutlichkeit aufgezeigt haben, ist die Auseinandersetzung mit den eigenen Privilegien, mit der Repräsentation von Menschen, die vielleicht nicht meiner direkten Lebenswelt entsprechen, unumgänglich. Denn, wie auf dem Branchentreffen sehr treffend formuliert, ist die Entscheidung auf Figuren mit anderer sexueller Ausrichtung, anderer Hautfarbe oder Frauen in seinen Geschichten zu verzichten sehr wohl eine Entscheidung und hat somit auch immer politisches Gewicht.

Um so mehr fand ich die Auseinandersetzung um die Themen Diversität und Phantastik großartig und von unschätzbarem Wert. Ob es Lars Schmeink war, der dem interessierten Publikum erklärte, dass er als weißer, heterosexueller Mann das Spiel Lebenauf dem leichtesten Schwierigkeitsgrad spielen würde, während People of Colors oder queere Leute ganz andere Grundvoraussetzungen für ihr Wirken haben. Oder Maike Stein, die sehr eindrücklich über das Schreiben von LGBTIQ-Figuren referierte.

Ich selbst bin sehr dankbar, dass ich für die Handreichung des Branchentreffens einen Artikel zu Diversität in der Phantastik schreiben durfte und hoffe sehr, dass dieser Beitrag den Diskurs bewegen kann, welcher die Sensibilität um die Thematik befördert.

Wenn nicht die Phantastik, mit all ihren Spielarten von Fantasy bis Science-Fiction, wer sollte prädestinierter sein um vielfältige Lebensentwürfe, Lebenswelten und Menschenbilder zu transportieren als Autor*innen denen ein Baukasten aus fernen Planeten, alternativen Lebensentwürfen, sowie Elfen und Orks zur Verfügung steht? Also seien wir mutig und verlassen unser kleines Happyland auf dem nicht immer bequemen Weg nach Utopia. Danke PAN für einen ersten Schritt.

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